Gesundheit

Spahn liegt daneben

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Der Gesundheitsminister muss Digitalisierung und Datenschutz miteinander vereinen, damit Datenlecks verhindert werden.

So groß die Vorteile von Klinik-Datenbanken, elektronischen Patientenakten, Online-Rezepten oder Fitness-Trackern sein mögen, darf nicht vergessen werden: Es gibt kaum sensiblere Daten als die über den Gesundheitszustand. Für Arbeitgeber, Versicherungen oder Banken sind sie Gold wert. Stelle ich jemanden ein, der bereits beim Treppensteigen einen Puls von 200 hat? Wie ist es mit einer Hausratversicherung für einen Kunden, der wegen einer Demenz immer öfter vergisst, das Wasser abzudrehen?

Eine Nutzung von Gesundheitsdaten auf diese Weise wäre illegal. Doch das schützt nicht vor Missbrauch. Der ist leicht zu bewerkstelligen, wie der Fall von ungeschützten Klinik-Daten mit Millionen von Röntgen- und MRT-Aufnahmen zeigt.

Gesundheitsminister Jens Spahn meint: „Datenschutz ist was für Gesunde.“ Das war und ist falsch, weil so getan wird, als könnten Kranke von der Digitalisierung nur profitieren, wenn sie den Schutz eigener Daten hintanstellen. Gerade Gesundheitsinformationen müssen extrem geschützt werden. Hier bestehen Lücken. Das ist fatal, weil die Kassen von 2021 an jedem Versicherten eine elektronische Patientenakte mit sensiblen Daten anbieten müssen. Spahn muss Digitalisierung und Datenschutz miteinander vereinen. 

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