1. Startseite
  2. Meinung

Späte Einsicht

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Andreas Niesmann

Kommentare

Flüssiggas-Verarbeitungsschiff „Neptune“ am LNG-Terminal: Deutschland arbeitet bereits daran, die Abhängigkeit von russischer Energie zurückzufahren. Wintershall muss diesen Weg nun auch gehen.
Flüssiggas-Verarbeitungsschiff „Neptune“ am LNG-Terminal: Deutschland arbeitet bereits daran, die Abhängigkeit von russischer Energie zurückzufahren. Wintershall muss diesen Weg nun auch gehen. © Jens Büttner/dpa

Der Rückzug von Wintershall Dea aus Russland ist eine Zäsur für den Konzern, der für die einstige Abhängigkeit vom dortigen Öl und Gas einen hohen Preis zahlt. Der Kommentar.

Wintershall Dea zieht sich aus Russland zurück. Milliardenschwere Liquiditätsreserven und Beteiligungen an Gasfeldern schreibt der wichtigste Gas- und Öl-Förderer Deutschlands in den Wind. Lange hat das Management dieses Schritt hinausgezögert, immerhin ist der Jahrestag des Kriegsausbruchs in der Ukraine inzwischen in Sicht. Auch jetzt geht die BASF-Tochter den Schritt nicht ganz freiwillig. Seit Februar hat das Unternehmen keine Dividenden mehr aus Russland herausbekommen.

Der Rückzug markiert eine Zäsur in der Geschichte des Konzerns. Kaum eine deutsche Firma war so eng mit Russland und Gazprom verflochten wie Wintershall. Der Konzern glaubte und verbreitete die Erzählung, dass Russland ein verlässlicher Energiepartner sei. Seit dem 24. Februar 2022 ist klar, dass das ein gewaltiger Irrtum war.

Wintershall und BASF bezahlen dafür einen hohen Preis – es geht ihnen nicht anders als dem Rest des Landes. Deutschland arbeitet bereits daran, die Abhängigkeit von russischer Energie zurückzufahren. Wintershall muss diesen Weg nun auch gehen.

Auch interessant

Kommentare