Kommentar zur Präsidentschaftswahl in Kroatien

Warum der Erfolg von Zoran Milanovic ein gutes Zeichen ist

  • schließen

Der kroatische Sozialdemokrat Zoran Milanovic steht für Gerechtigkeit und Solidarität. Ein Kommentar.

Der Sozialdemokrat Zoran Milanovic hat die Präsidentenwahl in Kroatien mit dem Versprechen gewonnen, das Land in einen „normalen“ EU-Staat zu verwandeln. Was er damit meinte, waren vor allem die guten alten Werte Gerechtigkeit und Solidarität. Unausgesprochen berief sich Milanovic aber auch auf Ludwig Erhard. „Wohlstand für alle“ will er erreichen.

Nun hat ein Präsident in Kroatien nicht viel zu entscheiden. Aber die konservative Regierung wird sich der Wahlbotschaft vom Sonntag kaum entziehen können. Eine Mehrheit der Kroaten hat sieben Jahre nach dem EU-Beitritt genug von einer marktliberalen Wachstumspolitik zulasten der Schwächeren. Die Stärkeren, die jungen und gut ausgebildeten Menschen, suchen ihr persönliches Glück ohnehin in den reichen EU-Staaten. Die Abwanderung ist und bleibt Kroatiens größtes sozioökonomisches Problem.

In vielen EU-Staaten des Ostens ist das kaum anders. Es ist natürlich bitter zu sehen, dass ein sozialer Politikansatz etwa in Polen mit brutalen Angriffen auf Demokratie und Rechtsstaatlichkeit einhergeht. Aber das muss nicht so sein, wie die jüngsten Wahlerfolge von linken bis rechten Mitte-Politikern in Kroatien, Rumänien und der Slowakei gezeigt haben. Sozial geht auch ohne national.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare