+
Die Bahn soll nachhaltiger werden.

Deutsche Bahn

Skandal statt Befreiung

  • schließen

Die Berater-Affäre bei der Bahn überlagert die neue Strategie des Konzers, die ein Befreiungsschlag für Richard Lutz werden soll. Unser Kommentar.

Die Vorwürfe im Zusammenhang mit hochdotierten Beraterverträgen für Ex-Vorstände lasten schwer auf den Schultern von Bahnchef Richard Lutz. Zu Recht wird nach seiner Verantwortung gefragt. Dies überschattet die neue Bahn-Strategie, die ein Befreiungsschlag für Lutz werden sollte. Sie ist die Antwort auf die Krisengipfel zu Jahresbeginn, bei denen Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) „spürbare Verbesserungen“ bei Qualität und Pünktlichkeit verlangte.

Vorgesehen ist eine Abkehr vom Anspruch, ein weltweiter Champion in Sachen Mobilität zu werden. Man will sich auf das Wesentliche konzentrieren, im Inland kräftig wachsen – mit nachhaltiger Mobilität. Das wirkt gut in Zeiten von Fridays for future. Um die Löcher in der Bilanz zu stopfen, muss die Bahn Tafelsilber verkaufen, sich nicht nur von Auslandstochter Arriva trennen, sondern auch von Anteilen des Logistikdienstleisters Schenker. Die Erlöse werden kaum reichen, um die Pläne zu finanzieren. Der Bund müsste mehr Mittel mobilisieren als bisher. Doch die Berater-Affäre dürfte das Vertrauen, nicht gestärkt haben. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare