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In den meisten Supermärkten ist die Tragetasche zum aufwendigen Luxusgut mit durchaus spürbarem Preis geworden. 

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Sinnloser Aktionismus

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Die Bundesregierung will mit dem wohfeilen Kampf gegen die Tüte das Fehlen einer Strategie gegen den stetig steigenden Verpackungsmüll vergessen machen. Ein Kommentar.

Es gibt hierzulande jede Menge Probleme mit Müll und Mikroplastik – die Tüten gehören allerdings nicht zu den Hauptverursachern. Der Gesetzentwurf von Umweltministerin Svenja Schulze ist eine reine Ablenkungsstrategie.

Denn der Verbrauch von Plastiktüten ist in Deutschland seit 2015 um zwei Drittel zurückgegangen. In den meisten Supermärkten ist die Tragetasche zum aufwendigen Luxusgut mit durchaus spürbarem Preis geworden. In der Umwelt landet hierzulande kaum eine davon – das ist ein deutlicher Unterschied zu anderen Weltgegenden, in denen die Tüten wirklich ein Problem für die Umwelt darstellen. Drei Viertel des Plastikeintrags im Meer stammt aus Mikroplastik, dort steht an der Spitze der Verursacher der Reifenabrieb von Autos.

Wozu also brauchen wir jetzt noch ein Plastiktütenverbot? Aus einem einzigen Grund: Aktionismus. Die Bundesregierung hat keine Strategie gegen den stetig steigenden Verpackungsmüll, kein Mehrwegkonzept, keine Ahnung, wie die Recyclingquote der Folien, Schachteln und Becher aus den gelben Säcken und Tonnen erhöht werden kann. Mit dem wohlfeilen Kampf gegen die Tüte, so hoffen die Bundesregierung und Umweltministerin Schulze offenbar, vergessen das viele. 

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