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Ex-Umweltminister wird als Chef der Autolobby gehandelt: Sigmar Gabriel (SPD)

SPD 

Sigmar Gabriel: Keine „formellen Gespräche“ über Amt des VDA-Präsidenten 

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Was kann den Sozialdemokraten schlimmeres passieren, als Olaf Scholz im Parteivorsitz? Richtig, Sigmar Gabriel als Autolobbyist. Der äußert sich dazu. Ein Kommentar.

Auf die am Boden Liegenden sollte man nicht treten, heißt es, und das betrifft insbesondere die deutsche Sozialdemokratie. Aber wenn, wie verschiedene Medien berichten, der ehemalige SPD-Chef Sigmar Gabriel als neuer Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA) ins Gespräch gebracht wird, ist die Vorlage einfach zu steil. 

Angeblich wird auch die Ex-Staatsministerin im Kanzleramt, Hildegard Müller (CDU), für den Spitzenposten gehandelt, jedoch ist Müller als Personalie weniger heikel. Schließlich galt die CDU im konservativen Sinne noch nie als die Partei einer gesellschaftlichen Wende, die statt auf Autos eher auf alternative Fortbewegungsmöglichkeiten setzt. Soll heißen: CDU und Auto ist kausal.  

SPD-Mann Sigmar Gabriel war einst Umweltminister

Dennoch ist der Sozi Gabriel wohl Wunschkandidat der Autokonzerne, was natürlich deshalb passt, weil das PS-Geblase auf deutschen Autobahnen im größeren Maße ein eher männlich dominiertes Feld ist. Frauen - hier wäre die Assoziation zu Hildegard Müller naheliegend - werden hinterm Steuer eher als Geschwindigkeitshindernis wahrgenommen. 

Sigmar Gabriel wird angeblich Autolobbyist

Denn wer kennt es nicht, das obligatorische Macker-Ratespiel, wenn es bei einem langsamer geführten Pkw heißt: „Wetten? Da sitzt ne Frau am Steuer.“

Die Entscheidung über die Nachfolge von VDA-Chef Bernhard Mattes fällt Anfang November. Mattes hatte Mitte September angekündigt, sein Amt zum Jahresende niederzulegen. Und „sollten keine unüberbrückbaren Differenzen mit Gabriel auftreten, wird er der neue Präsident“, heißt es aus Quellen der „Bild am Sonntag“. Gabriel habe demnach signalisiert, den Posten übernehmen zu wollen.

Sigmar Gabriel und AKK - unerträgliche Leichtigkeit der Ahnungslosen

Erst vor wenigen Wochen hatte er angekündigt, im November sein Bundestagsmandat vorzeitig niederzulegen. Er sitzt seit 2005 im Bundestag, war von 2009 bis 2017 Vorsitzender der SPD und zudem - welch Ironie - auch Umweltminister. 

Nun hat Sigmar Gabriel es nicht exklusiv, fachfremd ein Ministeramt besetzt zu haben. Man nehmen beispielhaft Annegret Kramp-Karrenbauer, die kürzlich beeindruckend offen ihre Inkompetenz bezüglich einer außenpolitischen Gemengelage offenbarte, wobei wohlwollende Kolleg*innen es schafften, einen guten Willen aus ihrer Wirrnis herauszudeuten. 

Eine unerträgliche Leichtigkeit der Ahnungslosen ummantelt so manchen Posten, insofern kann natürlich auch ein ehemaliger Umweltminister Chef der Autoindustrie werden, nach dem Motto: Was interessiert mich meine Funktion von vorgestern?

SPD - einziger Unterhaltungswert ist Böhmermann

Wem Gabriel hingegen einen Bärendienst erweisen würde, ist seiner Sozialdemokratischen Partei Deutschland. Es ist ja schon bezeichnend, dass die gebeutelten „Roten“ ihren Hauptunterhaltungswert aus einem Engagement des Satirikers Jan Böhmermann beziehen, und deren Mitglieder an ihrem eigenen Laden so dermaßen interessiert sind, dass sich gerade einmal 53 Prozent am Voting für einen neuen Vorstand beteiligen. 

Dass diese 53 Prozent dann das Roll Back in Gestalt von Olaf Scholz wählen, der mit dem Charisma und dem Willen zum politischen Wandel einer Hamburger Hafenmole ausgestattet ist, dürfte die SPD unter 10 Prozent schubsen. 

Mit einem Ex-Umweltminister in Gestalt von Sigmar Gabriel, der ja auch meinte, sich mit „Pegida“-Vertretern unterhalten zu müssen, dürfte es mit der 5-Prozent-Hürde knapp werden. Was bleibt, ist Mitleid. Den Sozialdemokraten bleibt wirklich nichts erspart.  

Update, 29. Oktober, 07.00 Uhr: Sigmar Gabriel hat auf die Medienberichte reagiert, er sei als neuer Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) im Gespräch. Es habe mit ihm keinerlei „formelle Gespräche darüber gegeben“, sagte der frühere Bundeswirtschafts- und Bundesaußenminister der „Zeit“. Er habe sich nicht ins Spiel gebracht und sei auch nicht offiziell vom VDA angesprochen worden. Dies wurde auch im obigen Kommentar angepasst. 


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