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Der neue Präsident Tschechiens: Milos Zeman.
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Der neue Präsident Tschechiens: Milos Zeman.

Kommentar

Sieg eines Populisten

Diese Wahl in Tschechien war kein Kampf der Lager.

Von Frank Herold

Für Milos Zeman muss es eine tiefe Genugtuung sein. Er hat das Amt, das er bereits vor zehn Jahren so sehr wollte, nun doch noch erreicht. Damals war der Sozialdemokrat von den eigenen Parteifreunden nach undurchsichtigen Kungelrunden bei der geheimen Abstimmung im Parlament verraten worden. Jetzt haben in die Bürger in direkter Wahl auf die Prager Burg gesandt, wo vor ihm Vaclav Havel und Vaclav Klaus residierten.

Es führt völlig in die Irre, auf die beiden Kontrahenten Zeman und Schwarzenberg das traditionelle politische Links-Rechts-Schema anzuwenden. Diese Wahl in Tschechien war kein Kampf der Lager. Gewiss, Schwarzenberg ist ein skurriler, altmodischer Aristokrat – aber wirklich kein klassischer Konservativer. Gewiss, die tschechische Gesellschaft denkt derzeit mehrheitlich links, vor allem deshalb, weil ihr eine wenig überzeugende Mitte-Rechts-Regierung schmerzhafte gesellschaftliche Veränderungen und einen harten Sparkurs abverlangt. Aber Zeman ist alles, nur kein Linker. Er ist der poltrige, erratische Populist geblieben, der er in den 90-er Jahren war.

Tatsache ist, dass sich eine Mehrheit der tschechischen Wähler daran nicht erinnern mochte. Zeman hat die Wahl gewonnen, weil er sich als Nicht-Politiker inszenierte. Als einer der nicht zur politischen Klasse dazugehört, von der die Bürger die Nase gestrichen voll haben – egal, ob rechts oder links.

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