Planetensystem um Trappist-1

Sehnsucht nach den Sternen

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Neu entdeckte Planeten lassen viele träumen

Der Zwergstern Trappist-1 und seine neu entdeckten Planeten haben in den vergangenen Tagen die Fantasie vieler angeregt wie schon lange kein Weltraumthema mehr. Und das Fernweh! Die sieben Planeten sind „nur“ 40 Lichtjahre von der Erde entfernt. Und weil es zumindest theoretisch möglich ist, dass sich auf ihnen Leben entwickeln kann, haben sie Sehnsüchte geweckt. Diese werden nicht zuletzt von der Nasa geschürt, jedenfalls ein bisschen. Die Weltraumagentur hat für eine Imagekampagne Poster zeichnen lassen, in dem das Planetenhopping als neue Touristenattraktion gepriesen wird. Trappist-1 ist dabei in so heimeligen Farben gezeichnet, dass man lieber heute als morgen aufbrechen möchte. Die Poster sind natürlich nur ein Gag, doch kann die Anfeuerung der Fantasie bei den Menschen ja niemals schaden, wenn es um die Bewilligung weiterer Forschungsmittel geht. „Die (...) Nasa versteht ihr Geschäft“, lobt der „Tagesspiegel“. Warum aber fasziniert das All die Menschen derart? Die „Welt am Sonntag“ antwortet: „Von den Göttern sind wir abgekommen, und ein Nichts wollen wir nicht akzeptieren“, heißt es. Hier sind die sieben neu entdeckten Planeten ebenfalls in Schummerlicht gezeichnet. Sie kreisen um ihre kleine Sonne und darunter formuliert die Welt die große Frage: „Wie kommen wir da hin?“

Allerdings wird der schöne Traum schnell wieder zunichte gemacht. Denn Lichtgeschwindigkeit zu erreichen, ist für unsere heutigen Raumschiffe völlig unmöglich. Selbst dann würde allein der Hinflug zu Trappist-1 etwa 40 Jahre dauern. Womöglich wäre man ohnehin enttäuscht, wenn man nach all der Zeit endlich am Ziel seiner Reise angekommen wäre. Denn vom Weltall ist nach allen bisherigen Erkenntnissen nur dieses bekannt: „Es ... ist ein sehr unwirtlicher lebensfeindlicher Ort. Und es ist verdammt leer, ein ungeheures Nichts“, so Hartmut Wewetzer im „Tagesspiegel“.

Glaubt man der „Süddeutschen Zeitung“, ist eine Planetenreise zumindest für die Astronomen nicht der Schlüsselreiz für ihre Forschungen. Sie interessiert vielmehr die Frage nach dem Ursprung des Lebens. Diese ist nämlich noch nicht mal für unseren Planeten eindeutig geklärt. „Das ist einem Laien gar nicht so bewusst“, schreibt Andrian Kreye. „Die Wissenschaft weiß sehr viel darüber, wie das Universum entstanden ist und wie sich das Leben auf der Erde entwickelt hat. Doch wie das Leben entstand, bleibt ein Rätsel.“ Vielleicht war alles ja nur ein großer Zufall?

Bis zur Erfindung des Warp-Antriebes bleibt für den Menschen also auch auf seinem Heimatplaneten genug zu tun. Die aufregendsten Theorien zum Universum hat mit Stephen Hawking daher vielleicht nicht von ungefähr ein Wissenschaftler gemacht, der mehr als alle anderen an seinen Standort gefesselt ist.

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