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Nach Angaben der UN starben 2018 im Mittelmeer im Schnitt sechs Menschen - jeden Tag.

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Retter in Not

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Hoffentlich zwingen Richter nun die Europäische Union dazu, Flüchtlingen zu helfen, statt sie an der tödlichen Außengrenze sterben zu lassen. Der Kommentar.

An den südlichen Küsten Europas verläuft die tödlichste Außengrenze der Welt. Dafür müssen wir uns alle schämen. In den vergangenen Jahren sind Tausende von Menschen ums Leben gekommen, weil sie versucht haben, das Mittelmeer zu überqueren. Private Seenotretter werden in diesem Europa in manchen Staaten kriminalisiert – so, als wären sie gemeine Verbrecher. Die Tatsache, dass es eine Pflicht ist, Schiffbrüchige aufzunehmen, wird schlichtweg ignoriert.

Die EU selbst kommt hierbei nicht voran und verlässt sich darauf, dass die libysche Küstenwache ihren Job macht. Ein Witz wäre das, wenn es nicht so traurig wäre. Libyen ist alles andere als ein Rechtsstaat. Es will die Flüchtlinge auch nicht, und wie unmenschlich es sie behandelt, ist ausreichend belegt.

Lesen Sie dazu: EU soll Seenotrettung wieder aufnehmen

EU-Mitgliedsstaaten wie Italien und Ungarn blockieren weiter jede Lösung des humanitären Problems. Als es beim letzten Mal darum ging, einige Dutzend Bootsflüchtlinge zu verteilen, waren nur noch die Regierungen in Deutschland, Frankreich, Luxemburg und Portugal bereit, Menschen aufzunehmen. Vier von 28!

Anwälte haben die EU wegen Menschenrechtsverstößen beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag angezeigt. Vielleicht beschleunigen die Richter eine Lösung.  

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