Ministerin mit klarer Botschaft: Manuela Schwesig
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Ministerin mit klarer Botschaft: Manuela Schwesig

Familie

Schwesigs richtiges Signal

  • Nadja Erb
    vonNadja Erb
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Die Bundesfamilienministerin sendet ein gesellschaftspolitisches Signal: Ihr Vorschlag zur Familienarbeitszeitbestärkt bestärkt junge Paare und macht es Arbeitgebern schwerer. Ein Kommentar.

Kinder und Job – es gibt kaum ein Thema, bei dem Wunsch und Wirklichkeit in Deutschland weiter auseinanderliegen. Nur ein Beispiel: Rund 70 Prozent aller Väter wünschen sich mehr Zeit für die Familie – der Anteil der Männer in Elternzeit an allen erwerbstätigen Eltern betrug 2015 gerade mal zweieinhalb Prozent. Mit der klassischen Rollenverteilung, die aus solchen Statistiken spricht, wollen sich immer mehr Frauen – und Männer – nicht mehr zufriedengeben. Sie wollen kein Leben, das für den Mann 14-Stunden-Tage im Büro und für die Frau die Mehrfachbelastung mit Teilzeitjob, Haushalt, Kindern und Pflege vorsieht. Und doch sind sie im Alltag oft nicht in der Lage, auf sich gestellt die verkrusteten Strukturen in unserer Gesellschaft aufzubrechen.

Genau hier ist der Staat gefordert. Schwesigs Vorschlag zur Familienarbeitszeit ist nicht nur sinnvoll, weil er junge Eltern in die Lage versetzt, Kinderbetreuung und Karriere unabhängiger von finanziellen Überlegungen gleichberechtigt unter sich aufzuteilen. Er sendet ein gesellschaftspolitisches Signal, dass junge Paare in ihrer Entscheidung bestärkt und es Arbeitgebern schwerer macht, sich dem zu widersetzen.

Höchst bedauerlich also, dass der Entwurf mit dem Koalitionspartner Union nicht umzusetzen ist. Es wäre ein gute Nachricht für junge Paare, wenn er trotzdem nicht so schnell in der Schublade verschwände.

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