Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Für Sie gelesen

Von Schrott und Investitionen

  • VonDaniel Haufler
    schließen

Lob und Tadel für Vorstoß der Verteidigungsministerin.

Wer heute an die Bundeswehr denkt, hat irgendwie Schrott und Verfall vor Augen: Flugzeuge, die nicht fliegen, weil Ersatzteile fehlen, Kasernen, in denen man nicht mal Obdachlose wohnen lassen möchte. Vielleicht ein wenig übertrieben. Doch strahlend wirkt das deutsche Militär nicht – was ja im Grund kein Verlust ist. Nichtsdestotrotz will die Verteidigungsministerin von der Leyen in den nächsten 15 Jahren 130 Milliarden zusätzlich investieren. Gleichzeitig fordert der Wehrbeauftragte des Bundestages mehr Geld und Personal angesichts wachsender Aufgaben.

Die „FAZ“ lobt. In der Bundeswehr habe „das jahrzehntelange Einsparen, Zusammenlegen, Wegrationalisieren und Abbauen einerseits den Improvisationsgeist belebt, andererseits einen bitteren Galgenhumor befördert. Die Armee zerfiel allmählich in zwei Teile: in ein hinreichend ausgestattetes Einsatzkorps, das in Afrika und Afghanistan unterwegs war, und in eine einheimische Truppe, die beim Ausrücken ins Manöver schon mal einen Besenstiel an die Stelle des fehlenden Maschinengewehrs des Schützenpanzers montierte. Jene Soldaten, die zwischen beiden Welten rotierten, gewannen die Erkenntnis, dass die Bundeswehr nur als Einsatzarmee politisch geschätzt und unterstützt wurde; jene aber, die wegen ihrer Aufgaben oder Funktionen im Ausland keine Verwendung fanden und keine Einsatzmedaillen sammeln konnten, schoben sarkastischen Frust.“ Die wiedergewonnene Rolle der Landes- und Bündnisverteidigung, die von der Nato als Antwort auf die russische Aggressionspolitik neu gefasst worden sei, verursache aber hohe weitere Kosten gerade bei jenen heimatlichen Teilen der Bundeswehr, die so lange vernachlässigt worden seien.

Die „taz“ ist dagegen entgeistert angesichts der Maßlosigkeit der Ministerin. Richtig sei allerdings, dass die Bundeswehr massive Probleme bei Ausstattung und Bewaffnung habe. Zu lange „wurde am falschen Ende und das Falsche weggespart. Zu oft hat die Rüstungsindustrie zu spät, zu teuer und zu schlecht geliefert. Tatsächlich einsatzbereit sind die meisten Truppenteile und Waffen nicht.“ Von der Leyens Milliardenspiel ziele auf drei Adressaten: Zum einen die amerikanischen Teilnehmer der Münchner Sicherheitskonferenz in zwei Wochen: Hört, hört! Wir Deutschen tun etwas und stocken unsere Militärausgaben auf. Der zweite Adressat ist Finanzminister Wolfgang Schäuble. Er muss das Geld bereits Ende März in den Haushalt einstellen“. Der dritte Adressat sei schließlich die deutsche Rüstungsindustrie: „Doch genau dieser letztgenannte Adressat dürfte für die Ministerin zum Problem werden. Mit mehr Geld kann der Staat die Industrie kaum dazu bringen, vertragstreu zu liefern. Die Industrie hat das Beschaffungschaos der letzten Jahre mit zu verantworten.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare