+
„Vereine, die grundsätzlich keine Frauen aufnehmen, sind aus meiner Sicht nicht gemeinnützig.“ Vizekanzler Olaf Scholz hat eine wichtige Debatte angestoßen.

Gemeinnützigkeit

Olaf Scholz hat recht: Männervereine sollten nicht weiter gefördert werden

  • schließen

Reine Männervereine sind so interessant wie Dinosaurier im Museum. Gemeinnützig sind sie nicht. Scholz hat eine überfällige Debatte angeregt. Der Kommentar.

Vereine, die ohne triftigen Grund das andere Geschlecht ausschließen, sind es nicht wert von der Gemeinschaft gefördert zu werden. So klar ist der Vorschlag von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD).  

Jeder darf sich in einer pluralistischen Gesellschaft treffen, mit wem er will. Die Gemeinnützigkeit regelt jedoch, welche Werte der Staat unterstützt - und welche nicht.

Privilegien-Entzug für Männervereine: Olaf Scholz hat absolut recht

Der bayerische Ex-Minister Marcel Huber ätzt als Vorsitzender des Katholischen Männervereins Tuntenhausen gegen diese Gendergerechtigkeit und verteidigt die bestehenden Regeln. 

Was soll allerdings an einem Ruderverein förderwürdig sein, der Frauen nicht aufnimmt und darauf auch noch lauthals stolz ist? Wer so argumentiert, gibt Scholz recht und zeigt, dass es höchste Zeit ist, überkommene Strukturen zu diskutieren.

Olaf Scholz will aber eingeschlechtliche Vereine weiter fördern, wenn sie Ungerechtigkeiten aktiv abbauen - Frauenschutz-Vereine sind also nicht in Gefahr. Männerbünde, die alte Weltbilder zementieren, mögen so interessant sein wie Dinosaurier im Museum. Gemeinnützig sind sie zu Recht nicht.

Lesen Sie auch das Interview: Debatte über Gemeinnützigkeit - „Vereine müssen sich politisch äußern dürfen“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare