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Gesundheitsminister Jens Spahn appelliert an die Bevölkerung, Feiern in kleinerem Rahmen zu halten.
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Gesundheitsminister Jens Spahn appelliert an die Bevölkerung, Feiern in kleinerem Rahmen zu halten.

Späte Warnungen

Die Politik hechelt dem Corona-Infektionsgeschehen hinterher

  • Tim Szent-Ivanyi
    vonTim Szent-Ivanyi
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Gesundheitsminister Spahn warnt zu Recht, aber spät vor Feiern mit vielen Menschen – und verstärkt den Eindruck, die Politik agiere in der Pandemie planlos und verzögert. Ein Kommentar.

Wer geglaubt hat, nach der Vollbremsung im Frühjahr sei es ein Kinderspiel, die Corona-Pandemie in Schach zu halten, muss den Irrtum jetzt erkennen: Die Neuinfektionen steigen, gleichzeitig sinkt die Zahl der Landkreise, in den es keinen Corona-Fall gibt. Das Virus sickert überall ein. Zugleich sind in der Bevölkerung zunehmend Ermüdungserscheinungen bei der Einhaltung von Hygienevorschriften zu sehen. Damit steigt die Gefahr, dass das Ausbruchsgeschehen wieder unkontrollierbar wird.

Epidemiologen warnen schon seit geraumer Zeit, dass es insbesondere die Superspreading-Ereignisse sein können, die uns am Ende gefährlich werden, also große Geburtstagspartys oder Hochzeiten. Gesundheitsminister Jens Spahn ist daher auf dem richtigen Weg, wenn er eine Debatte über eine Beschränkung der Teilnehmerzahlen eröffnet. Damit verbunden ist das Signal: Was ihr da macht, ist ein Spiel mit dem Feuer! Es ist noch nicht vorbei!

Wie schon bei der Testpflicht für Reiserückkehrer, die zu spät kam, stellt sich auch hier die Frage, warum die Politik nach sechs Monaten Pandemie weiter planlos agiert und dem Infektionsgeschehen immer nur hinterherhechelt, statt früh einzugreifen. Je schneller gehandelt wird, desto kleiner werden die nötigen Beschränkungen sein. Forschung zum Coronavirus: Schwerer Verlauf sorgt für Immunthrombose.

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