Türkei und EU

Erdogan muss seine Politik ändern

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Das Verhältnis zwischen der EU und der Türkei kann sich nur verbessern, wenn der türkische Präsident Erdogan seine Politik verändert. Der Kommentar.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will die Beziehungen zwischen der Türkei und Europa stärken. Das ist eine gute Idee. Schlecht daran ist, dass Erdogan nicht realisiert hat, dass er mit seiner Politik zu der Krise beigetragen hat. Die Türkei hat eine sinnlose Offensive im Norden Syriens begonnen. Es war absehbar, dass der syrische Machthaber Baschar al-Assad und sein Schutzpatron Wladimir Putin sich das nicht würden bieten lassen. Es war auch absehbar, dass wegen der Kämpfe in Nordsyrien die Zahl der Flüchtlinge nach oben schnellen würde. Es ist schäbig, dass Erdogan dazu schweigt.

Er will den Eindruck erwecken, sein Land sei unverschuldet in diese Situation geraten. Vielleicht glauben das seine Anhänger in der Türkei. Die EU-Führung weiß es besser. Erdogan hat das Flüchtlingsabkommen mit der EU gebrochen – und fordert allen Ernstes, dass die EU auf ihn zugehen müsse. An seiner eigenen Vorgehensweise will er aber nichts ändern. Auch schäbig.

Die EU wird sich wieder auf einen faulen Deal mit Erdogan einlassen müssen, also mehr zahlen müssen. Europa hat keine Wahl. Erdogan trägt seine Politik auf dem Rücken unschuldiger Menschen aus. Gibt die EU nicht nach, stellt sie sich mit dem Autokraten auf eine Stufe. Das aber darf nicht geschehen.

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