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Nach jedem Absatz der 20-minütigen Ansprache Kim Jong Uns schnitt das nordkoreanische Staatsfernsehen Applaus.

Nordkorea

Ein schlaues Spiel

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Zwar enthält die Neujahrsrede von Kim Jong Un die üblichen Drohungen, doch entscheidend sind die anderen, die versöhnlichen Töne. Ein Kommantar.

Echte Entwarnung gibt es noch nicht, dafür aber vermutlich bald deutliche Entspannung. Kim Jong Uns Neujahrsrede enthielt zu gleichen Teilen Drohungen und Gesprächsangebote – doch entscheidend waren die versöhnlichen Töne, denn sie sind neu.

Allein die Bereitschaft, eine Mannschaft bei den olympischen Winterspielen in Südkorea antreten zu lassen, spricht Bände. Herrschte gerade Eiszeit, wären solche Gesten unmöglich, dann werden bestenfalls Beleidigungen ausgetauscht.

Das alles bedeutet nicht, dass Kim das Atomwaffenprogramm einstellt. Es ist zu wichtig für sein politisches Überleben. Er könnte aber anbieten, die Raketentests zu beenden und die Produktion von Plutonium und waffenfähigem Uran auszusetzen.

Bekommt er dafür Öl, vielleicht sogar Kredite, und der Exportmarkt wird wieder eröffnet, hat er das Optimum erreicht: Er kann sein Volk mit einem Aufschwung beglücken, nachdem er ihm als großer Feldherr die Bombe präsentiert hat. Spielt Kim jetzt klug, ist seine Alleinherrschaft für die Zukunft gefestigt.    

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