Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Für Sie gelesen

Schamlose Schützenhilfe

  • VonThomas Schmid
    schließen

Syriza erhält Unterstützung von Marine Le Pen.

In Griechenland zeichnet sich ein Wahlsieg von Syriza ab, der von Alexis Tsipras geführten Linkspartei. Dem Ministerpräsidenten Andonis Samaras, Vorsitzender der konservativen Nea Dimokratia (ND), schwimmen kurz vor dem Wahltag die Felle davon. „Nachdem die ND gemerkt hat, dass die Grexit-Debatte weder in Europa noch bei den Wählern die Stimmung gegen Syriza dreht, greifen ihre Wahlkampfstrategen zur nächsten Keule“, schreibt Niels Kadritzke im Blog auf NachDenkSeiten. „Am Tag des Attentats von Paris hat es Samaras geschafft, seine eigene Demagogie noch einmal zu übertrumpfen“, stellt der Griechenland-Experte fest, „in einer Wahlkampfrede in Chalkida erklärte er vor jubelnden Anhängern: ‚Die Syriza will massenhaft die (griechische) Staatsbürgerschaft und die Sozialversicherung an alle Migranten verteilen. Aber seht mal, was in Europa passiert: Heute hatten wir in Paris ein Massaker mit zwölf Toten, und hier gibt es welche, die ausländische Migranten einladen!‘“

Nicht einmal der Front National in Frankreich habe die Chuzpe gehabt, „den terroristischen Angriff mit den Migranten in ihrer Gesamtheit zusammen zu bringen“, schreibt die von entlassenen Journalisten gegründete griechische Tageszeitung „Efimerida ton Syntakton“.

Selbst Marine Le Pen, Chefin des Front National, möchte offenbar lieber Tsipras als Samaras an der Spitze der neuen griechischen Regierung sehen. Der französischen Tageszeitung „Le Monde“ erklärte sie, sie hoffe auf einen Sieg von Syriza. „In Europa hat sich ein Bruch aufgetan, weil die Völker angesichts des Totalitarismus der EU und ihrer Komplizen, der Finanzmärkte, ihre Interessen wieder in die eigene Hand nehmen“, begründete die französische Rechtspopulistin ihre überraschende Volte und fügte hinzu: „Wir sind nicht mit ihrem ganzen Programm einverstanden, vor allem in Sachen Immigration nicht. Aber wir würden uns über ihren Sieg freuen.“ Es gebe eben in Griechenland kein Pendant zum Front National, „die extreme Linke nimmt unseren Platz ein“.

Bei Syriza wehrt man sich selbstredend gegen solch schamlose Schützenhilfe. „Wir kämpfen für ein soziales Europa, mit garantierten Freiheits- und sozialen Rechten“, stellte Giorgos Katrougalos, Europaabgeordneter der Linkspartei, im France TV klar, „während die politische Vision des Front National fremdenfeindlich und reaktionär ist.“ Das Onlinemagazin Telepolis interpretiert Le Pens Worte so: „Im linken Lager gibt es einiges für den FN zu holen, wie sich an einer nicht geringen Anzahl von PS-Wählern und Gewerkschaftsmitgliedern gezeigt hat, die ihre Stimme dem Front National geben. Zudem macht es Le Pen mit ihrer Unterstützung für das griechische Linksbündnis der französischen Öffentlichkeit schwerer, ihr weiterhin das Etikett ‚rechtsextrem‘ anzuheften.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare