Konferenz zur Flüchtlingspolitik

Schäuble spaltet

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Der dienstälteste CDU-Spitzenpolitiker agiert mit seiner Kritik an Parteichefin Kramp-Karrenbauer erneut als schlechter Verlierer.

Wolfgang Schäuble hätte lieber Friedrich Merz als CDU-Chef gehabt. Seit der Wahl von Annegret Kramp-Karrenbauer agiert der dienstälteste Spitzenpolitiker der CDU als schlechter Verlierer. Zum Jahreswechsel tat er kund, die Sache mit der Kanzlerkandidatur sei noch nicht gelaufen. Nun hat er Kramp-Karrenbauers erstes großes Projekt einer Konferenz zur Flüchtlingspolitik in die Tonne getreten – bevor die Veranstaltung überhaupt stattgefunden hat.

Formal kann er sich darauf zurückziehen, dass er damit nur eine Kommission, nicht aber eine Konferenz abgelehnt habe. Genauso wie er in Sachen Kanzlerkandidatur argumentieren kann, er habe nur das Offenkundige gesagt, weil über die Kandidatur erst später entschieden wird.

Es ist seit jeher die Methode Schäubles: Treuherzige Unschuld umhüllt einen umso schärferen Kern. Seine Botschaft ist klar: Kramp-Karrenbauer ist für ihn nur eine Übergangschefin. Friedrich Merz hat verloren, aber er bleibt im Spiel. Der Kampf um die Nachfolge Merkels ist noch nicht beendet. Zur Befriedung der CDU trägt Schäuble so nicht bei.

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