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Thorsten Schäfer-Gümbel, SPD-Vizeparteichef, Anfang Juni in der Berliner Parteizentrale.

SPD-Vize

Schäfer-Gümbels Attacke gegen die Grünen - eine Strategie für den Untergang der SPD

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Die Kritik des kommissarischen SPD-Chefs Thorsten Schäfer Gümbel an den Grünen hilft seiner Partei kein bisschen weiter - im Gegenteil. Der Kommentar.

Am Freitag ist Thorsten Schäfer-Gümbel „erschrocken“, wie er auf Twitter bekannte. Und zwar erstens wegen des Titels zu seinem Interview im „Tagesspiegel“ und zweitens über die Kritik an seinen Äußerungen. Aber warum nicht über sich selbst?

Die Überschrift war ein korrektes Zitat („Den Grünen ist die soziale Frage schnurzegal“), zumindest in der Online-Version. Und dass „TSG“ diesen Vorwurf auch noch mit einem AfD-Vergleich verband, setzte dem ganzen nur die Krone auf. Es gibt Gründe, die Sozialpolitik der Grünen unzureichend zu finden. Aber „schnurzegal“? Solche Parolen können nur nach hinten losgehen, weil jeder weiß, dass sie so pauschal nicht stimmen.

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Noch wichtiger aber sind die Motive des Interims-Parteichefs. Will er sich zum Sprecher derjenigen machen, die meinen, Klimaschutz sei ein Hobby für wohlhabende Veganer, aber um die „Alltagsthemen“ (Schäfer-Gümbel) kümmere sich keiner? Das hieße, Soziales gegen den Klimaschutz auszuspielen, und wer das tut, hat eines nicht verstanden: Wenn dieses Land eine Sozialdemokratie braucht, dann dafür, dass sie ökologische mit sozialer Politik verknüpft, gerne auch besser als die Grünen. Die Themen gegeneinander auszuspielen, wäre eine Untergangsstrategie – nicht zuletzt für die SPD.

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