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Festnahme eines Demonstranten in Moskau.

Demonstrationen in Russland

Russlands Propaganda funktioniert nicht mehr

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Volksverräter und käufliche Teenager, das sind die Demonstranten in den Augen des Kremls. Doch Russland bietet Jugendlichen nicht genug Perspektive - die Opposition wächst. Ein Kommentar.

Ein Teil der jugendlichen Demonstranten in Moskau ist nach Ansicht des Kremls für Geld auf die Straße gegangen. Für die politische Elite um Wladimir Putin sind Jugendliche, die gegen Wladimir Putin auf die Straße gehen, tatsächlich etwas Absurdes. Aber dass man schon Teenagern Käuflichkeit unterstellt, spricht nicht eben für Hochachtung vor dem eigenen Volk.

Die Staatsmedien ignorierten die landesweiten Proteste oder versuchten sie klein oder hässlich darzustellen. Für die Öffentlichkeit gilt die demokratische Opposition als isoliertes und aussichtsloses Häuflein vom Westen ausgehaltener „Volksverräter“. Aber dass auf deren Kundgebungen vermehrt Studenten und Schulkinder auftauchen, lässt ahnen, dass die Propaganda nicht mehr funktioniert.

Auch ein Teil der Teenager will sich nicht mehr am Jubel über die Wiedergewinnung der Krim und am Kriegsgeschrei über die Vorwärtsverteidigung „Neurusslands“ in der Ukraine erwärmen. Wirtschaftlich hat ihnen das Vaterland weder steile Karrieren noch höhe Löhne zu bieten.

Angesichts der ökonomischen Flaute droht das Zuckerbrot des Kremls knapper zu werden. Am Sonntag hat die Staatsmacht gezeigt, dass sie dafür den Gummiknüppel einsetzt. Putin muss sich etwas anderes einfallen lassen.

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