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Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer fordert den Abbau von Russland-Sanktionen.

Kommentar

Michael Kretschmer ist kein blauäugiger Russenfreund

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Michael Kretschmer fordert den Abbau von Russland-Sanktionen. Kein Grund sich aufzuregen. Ein Kommentar.

Frankfurt - Wie umgehen mit Russland? Hier sind zwei Antworten zur Auswahl: A) Putin ist ein schlimmer Finger, sein Zündeln in der Ukraine ist völkerrechtswidrig, also: Sanktionen, bis er einknickt. B) Putin wehrt sich doch nur gegen den aggressiven Westen, und in Sachen Völkerrecht sollten wir uns besser an die eigene Nase fassen, also: Weg mit den Sanktionen.

Ihnen passen beide Antworten nicht? Weder glauben Sie, dass das Motto „Wir sind die Guten, der Russe ist böse“ zum Erfolg führt, noch lassen Sie sich dazu verleiten, Putins Provokationen zu verharmlosen? Gut so! Es wäre einiges gewonnen, wenn die Debatte auf dieser Basis geführt würde.

Äußerungen von Michael Kretschmer genau lesen

Wer die Äußerungen von Michael Kretschmer genau liest, muss Sachsens Ministerpräsidenten nicht als blauäugigen Russenfreund verdammen: „Wir müssen diese Sanktionen abbauen. Ich hoffe sehr, dass sich beide Seiten aufeinander zubewegen.“ Das kann heißen, Moskau Vorschläge zu machen, wie die Spirale aus Strafaktionen und Gegenreaktionen durchbrochen werden kann. Warum eigentlich nicht? Es gab Zeiten, da nannte man so etwas Entspannungspolitik.

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