Bremen

Rot-Grün-Rot startet

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Die neue Koalition kann zum bundesweiten Vorbild werden

Nach der krachenden SPD-Niederlage in Bremen sah es so aus, als bliebe an der Weser fast alles wie bisher: Die Sozis verlängern ihr Dauerabonnement auf den Bürgermeisterstuhl, die Grünen bleiben ihr Partner, und als Mehrheitsbeschaffer kommen die Linken hinzu. Seit Montag ist klar: Der Stadtstaat bekommt zwar keine völlig neue Regierung, wie sie mit Jamaika möglich geworden wäre, aber einiges wird sich nun doch ändern. Denn nach dem Wirtschaftssenator und der Wissenschaftssenatorin gibt jetzt auch Bürgermeister Carsten Sieling sein Amt ab.

Dass der Wahlverlierer wochenlang an seinem Posten geklebt hat, beschädigt seinen Ruf als aufrechter und kompetenter Politiker. Ähnlich erging es schon seiner Stellvertreterin Karoline Linnert. Sie wollte vor der Wahl unbedingt wieder grüne Spitzenkandidatin werden – wurde dann aber von der Parteibasis gestürzt.

In der künftigen Regierung werden nur noch drei der bisherigen Senatsmitglieder sitzen. Frischer Wind dürfte auch von den Linken kommen. Vielleicht gelingt es Rot-Grün-Rot zumindest ansatzweise, die Probleme Bremens zu lösen und ein Modell für klimabewusste und soziale Politik zu werden. Dann könnte die Koalition auch bundesweit zum Vorbild werden – falls die SPD aus ihrem Tal herausfindet.

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