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Die Rolle der First Lady

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Von: Harry Nutt

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Von Elke Büdenbender wird viel erwartet.

Bei Außenminister Frank-Walter Steinmeier hatte man akzeptiert, dass er stets ostwestfälisch einsilbig auftrat. Als Privatmann ein Bücherleser, einer, der gern und regelmäßig seinen Lieblingsitaliener in Berlin-Zehlendorf aufsuchte. Das war es auch schon. Nun soll es ein bisschen mehr sein. Insbesondere Steinmeiers Ehefrau, die Richterin Elke Büdenbender, rückt in den Mittelpunkt der öffentlichen Wissbegierde.

Auf „Tagesschau.de“ heißt es über die künftige First Lady: „Es gibt vieles, was man über die zurückhaltende Elke Büdenbender nicht weiß, aber klar ist: Die 55-Jährige hat Humor. Als sie im Bundestagswahlkampf 2009 in einem Interview sagte, sie wolle auch als Kanzlergattin weiter als Verwaltungsrichterin arbeiten, da kam die Nachfrage: Und ihr Mann? ‚Mein Mann macht seinen Beruf weiter‘, sagte sie lachend. (…) Das neue Leben wird auch eine sehr positive Änderung bringen: Weil der Terminkalender eines Bundespräsidenten deutlich entspannter ist als der eines Außenministers, wird Elke Büdenbender ihren Mann in Zukunft viel öfter sehen als bisher.“

Die „FAZ“ findet: „Mit ihrem weltreisenden Mann soll sie einst vereinbart haben, er möge nie ankündigen, um wie viel Uhr er zu Hause sein werde. So blieben Enttäuschungen aus. So sehr Büdenbender ihr normales Leben an der Seite des Außenministers verteidigte – ihren Beruf, das Radeln durch Zehlendorf und den Café-Besuch mit Freundinnen –, es ist nicht so, dass ihr der öffentliche Auftritt schwerfällt. Wer sie im Bundestagswahlkampf 2009 als Gattin des Kanzlerkandidaten erlebt hat, konnte eine natürliche, selbstbewusste und lebensfrohe Frau beobachten, welcher der halbprivate Schnack mit den Journalisten leichter fiel als dem Kandidaten. (…) Es dürfte Büdenbender entgegenkommen, dass ihre Vorgängerin Daniela Schadt, die Lebensgefährtin Joachim Gaucks, ihre Rolle ebenso unkonventionell ausgefüllt hat wie der Bundespräsident. So wurde das Protokoll im Schloss Bellevue mitunter einer modernen Interpretation unterzogen. Auch daran dürfte die neue Hausherrin anknüpfen.“

Deutschlandradio Kultur meint: „Ja, das ehemalige Fürstentum Lippe ist seit 1605 reformiert, ist eins der beiden reformierten Landeskirchen, die Lippische Landeskirche. Und hier ist Frank-Walter Steinmeier in einem durchaus reformierten Milieu aufgewachsen, das sich etwa dadurch auszeichnet, dass hier eine besondere Aufmerksamkeit auch für das Zusammenleben, das Miteinander im Ort, auch in der Kirchengemeinde stattfindet. Man kann davon sprechen, dass es eine gewisse konfessionelle Identität gibt, in der Menschen sich zu der Organisation oder eben Kirche halten und auch sehr bewusst diesen Weg wahrnehmen. Und ich habe den Eindruck, dass das bei Frank-Walter Steinmeier damals der Fall gewesen ist.“

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