Norbert Röttgen will für den CDU Vorsitz kandidieren
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Nach der Rücktritts-Ankündigung der CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer hat Röttgen angekündigt, für den Posten des CDU-Bundesvorsitzenden kandidieren zu wollen.

Kommentar zum CDU-Vorsitz

Röttgens Coup

  • vonChristian Burmeister
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Der Christdemokrat zwingt mit seiner überraschenden Kandidatur die Mitbewerber zu einer inhaltlichen Debatte über den Kurs der Partei und kann damit viele hinter sich bringen.

So richtig hatte ihn niemand auf dem Schirm: Norbert Röttgen ist mit seiner Kandidatur für den CDU-Vorsitz ein Überraschungs-Coup gelungen. Er will, er kann – das war seine Botschaft. Aber wird er auch?

In der CDU hat sich Röttgen damit wenig neue Freunde gemacht. Viele hatten sich darauf eingestellt, in Hinterzimmern oder den Gremien die Macht untereinander auszudealen. Diese Pläne durchkreuzt Röttgen, indem er die inhaltliche Ausrichtung der Partei in den Vordergrund stellt. Es wird schwer für seine Konkurrenten jetzt noch zu sagen: Erst die Person, dann reden wir auch mal konkreter über den künftigen Kurs.

Der Talkshow-gestählte Röttgen hat seinen Auftritt geschickt inszeniert. Kurze, klare Botschaften, leidenschaftlich, aber seriös vorgetragen – und ohne einen Anflug von Rachegelüsten gegenüber Angela Merkel. So kann man die Partei und die Öffentlichkeit auf Dauer durchaus hinter sich bringen. Der Kampf um die Macht in der CDU hat eine neue Dramatik und Dynamik – weitere Überraschungen nicht ausgeschlossen. 

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