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Richtig, nicht schnell

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Der österreichische Kanzler Kurz prescht mit seiner stufenweise Exit-Strategie vor und vergisst, dass es in einer Krise wichtiger ist, richtig zu reagieren als der Erste zu sein. Ein Kommentar.

Forsch ist er mal wieder aufgetreten, der österreichische Kanzler. Sebastian Kurz präsentierte eine schrittweise Exit-Strategie aus den Corona-Beschränkungen, mit konkreten Öffnungsdaten für Geschäfte schon ab kommender Woche. Man habe besonders schnell auf die Krise reagiert und wolle auch besonders schnell auch wieder aus ihr herauskommen, befand er.

Mit seinem Auftritt versucht er, einmal mehr vergessen zu machen, dass Österreich nicht etwa schnell, sondern sehr langsam auf das Virus reagiert hatte. Mit Verspätung wurde dann sehr heftig reagiert und mehrere Gemeinden und ganze Bundesländer unter Quarantäne gestellt. Die Lockerung in Österreich ist nun relativ: Schulen, Restaurants und Hotels bleiben geschlossen. Veranstaltungen finden bis Juni nicht statt.

Exit-Strategien sind sinnvoll. Es ist gut, den Gesundheitsschutz damit zu verbinden, den Schaden für die Gesellschaft und die Wirtschaft so gering wie möglich zu halten. Selten ist aber Konkurrenz-Gebaren so wenig angebracht wie in einer Krise. Es gilt, richtig zu reagieren. Es ist nicht entscheidend, der Erste zu sein.

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