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Rezo entzweit

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Der Youtuber erntet für sein Wut-Video viel Beifall - und Widerworte.

Der Youtube-Star Rezo hat mit seinem umstrittenen Video eine kontroverse Debatte ausgelöst. Vor allem der CDU fällt es schwer, angemessen auf die darin geäußerten Vorwürfe zu reagieren.

Die „Süddeutsche Zeitung“ schreibt dazu: „Hier sagen Junge den Alten den Kampf an. Gut so. Ja, es stimmt, es wird hier polemisiert gegen das politische Establishment. Es wird Selbstgewissheit und Verkrustung angeprangert. Dass Demokratie nur mit Kompromissen am Leben bleibt, wird in Rezos Video flott unterschlagen. Anders aber als bei Scharfmachern von Rechtsaußen wendet sich sein Zorn nicht gegen das ‚System‘ oder gegen gesellschaftliche Minderheiten. Nachdenken, mitfühlen, sich einmischen, wählen gehen, lautet da die Botschaft. Was für politischen Nachwuchs kann sich eine Demokratie eigentlich wünschen, wenn nicht solchen?“

Die „Schwäbische Zeitung“ ergänzt: „Die CDU hat im Umgang mit dem Video ein peinliches Bild abgegeben. Ignorieren wäre eine Möglichkeit gewesen, wenn auch nicht die beste. Ein kurzes, ernsthaftes Statement abzugeben, eine andere. Erst über den Inhalt zu spotten, um dann auf die Umarmungsstrategie umzuschalten, ist wenig glaubwürdig. So verfestigt sich der Eindruck, den viele der jungen Demonstranten, die für mehr Klimaschutz (...) auf die Straße gehen, schon haben. Der Eindruck, die Politik sei von ihrem Leben meilenweit entfernt.“

Die „Badischen Neuesten Nachrichten“ meint hingegen: „Der Vorwurf, die CDU zerstöre einfach alles, ist letztlich übertrieben. Vor allem aber verkennt er, dass die Partei ja nicht seit Jahren an der Macht ist, weil sie das Kanzleramt besetzt hält. Sondern weil sie bei Wahlen die meisten Stimmen bekommen hat. So funktioniert Demokratie. Wer es besser machen will, muss Wahlen gewinnen. Und wer diesen Prozess beeinflussen will, hat am Sonntag Gelegenheit dazu.“

Der „Reutlinger Generalanzeiger“ findet: „Anstatt sich online immer wieder neu zu empören, könnten die Jugendlichen konkret etwas tun. Sie könnten in Parteien eintreten und ihre Themen auf die Agenden bringen. Sie könnten sich in den Kommunen einbringen, um in ihrer Umgebung etwas zu ändern. Dann müssen sie aber auch andere Meinungen anhören und Lösungen anbieten. Vielleicht käme damit das Verständnis für die angeblich dummen Politiker.“

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