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Thomas Cook

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Thomas Cook - Reise in den Brexit-Nebel

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Für das Ende der Tourismus-Firma sind unternehmerische Fehlgriffe und der angestrebte Austritt Großbritanniens aus der EU verantwortlich.

Thomas Cook gab es wirklich. Er wuchs Mitte des 19. Jahrhunderts in einem ärmlichen Dorf in England auf. Sein Vater starb früh, sein Onkel war ein Alkoholiker.

Cook wurde zum Prediger und engagierte sich in der Abstinenzbewegung. Er organisierte erste Reisen, nach Schottland oder nach London, um ganz gewöhnlichen Leuten schöne Erlebnisse zu bieten – und sie auf diese Art „weg zu bekommen vom Gin“. Anno 1869, also vor genau 150 Jahren, warb Thomas Cook erstmals für Pauschalreisen nach Ägypten.

Mit dem Reiseveranstalter Thomas Cook stirbt ein Stück britische Identität. Eine Ursache für den Untergang des Traditionsunternehmens waren diverse unternehmerische Missgriffe. Ein weiterer Faktor war der Brexit. Viele britische Kunden sahen sich gebremst: Durch das Auf und Ab beim Pfund, auch durch die wachsende Sorge um die persönliche Zukunft.

Service-Artikel: Welche Rechte habe ich als Kunde nach der Cook-Pleite?

Deshalb spricht der britische Notenbankchef Mark Carnet von einem „Brexit-Nebel“. Eine sich leise wabernd ausweitende Unsicherheit lähmt längst alle Branchen im Vereinigten Königreich. Im Fall Thomas Cook heißt das: Reisen in den Brexit-Nebel verkaufen sich schlecht. Für die Automobilindustrie gilt nichts anderes.

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