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Mit höheren Steuern für die Reichen muss das Sozialsystem ausgebaut werden.

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Reiche höher besteuern

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Das Problem ist, dass das Vermögen der Reichen schneller wächst als die Gesamtwirtschaft. Das heißt, die Ärmeren zahlen die Zeche. Ein Kommentar.

Müssen wir Mitleid haben? Weltweit ist 2018 die Zahl der Millionäre erstmals seit der Finanzkrise vor knapp zehn Jahren gesunken. In Deutschland erwischte es 15.000 Frauen und Männer. Ihr verfügbares Vermögen rutschte unter die Schwelle von einer Million Dollar. Trotz des Minus dürften sich die Ex-Millionäre über ein dickes finanzielles Polster freuen.

Alles spricht nach der Delle dafür, dass sich der Langfristtrend fortsetzt und die Reichen immer reicher werden. Das kann man ihnen gönnen. Das Problem ist, dass deren Vermögen schneller wachsen als die Gesamtwirtschaft. Das heißt, die Ärmeren zahlen die Zeche. Die Schere geht immer weiter auseinander. Verwerfungen sind die Folge.

Populisten vom rechten Rand sind besonders da stark, wo die Armut größer wird. Durch schwindende Kaufkraft kommen Teufelskreise in Gang, die auch mit wachsender Kriminalität und der Verödung ganzer Landstriche einhergehen können. Sozialer Zusammenhalt zerbröselt. 

Dagegen gibt es ein Mittel: Umverteilung. Gemeint sind höhere Steuern für die Reichen. Mit dem Geld muss das Sozialsystem ausgebaut werden - mit Mindestlöhnen, die die Existenz sichern. Hierzulande müssten dies gut zwölf Euro sein. Der Mindestlohn liegt aber etwa ein Drittel darunter. 

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