Frankreich

Reform als Psychodrama

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Präsident Macron muss bei der Rentenreform noch viel Überzeugungsarbeit leisten, um das Land aus seiner Blockadesituation zu befreien.

Die Franzosen haben einen Präsidenten, der ankündigte, das Land tiefgreifend umwandeln zu wollen - unter anderem mit einer Rentenreform für ein gerechteres, transparenteres und weniger kostspieliges System. Doch nun, da Emmanuel Macron es umsetzen will, geht ein Teil der Betroffenen auf die Barrikaden und legt seit einer Woche mit Streiks das Land in Teilen lahm. Zu groß ist die Angst, länger arbeiten zu müssen, weniger Rente zu erhalten – und bisherige Privilegien zu verlieren, wie den Renteneintritt mit Anfang, Mitte 50 für Angestellte der Staatsbahn.

Dabei bietet der Premier zahlreiche Zugeständnisse an: Es gibt lange Übergangsfristen, Geringverdiener und Frauen erhalten mehr Ansprüche, Gutverdiener werden stärker zur Kasse gebeten. Dennoch wird die Reform mit erstaunlicher Schärfe abgelehnt, wohl auch weil es an Vertrauen in die Regierung fehlt. Macron bezahlt nun für einen Kurs, der bislang sozial Schwächere benachteiligt hat. Er und sein Premier werden noch viel Überzeugungsarbeit leisten müssen, um das Land aus seiner Blockadesituation zu befreien.

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