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Der französische Präsidentschaftskandidat François Fillon bleibt Präsidentschaftskandidat.

Frankreich

Rechtspopulist Fillon

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Der konservative französische Präsidentschaftskandidat wettert gegen die Justiz. Ein Kommentar.

Man traut seinen Ohren nicht. Das kann doch nicht François Fillon gewesen sein, der sich als wertkonservativ und wahrheitsliebend empfehlende Politiker, den die Sympathisanten der Rechten und der politischen Mitte im November zum Präsidentschaftskandidaten der Republikaner gekürt haben.

Was Frankreichs tief im Skandalsumpf steckender Expremier verkündet hat, hätte man einem Donald Trump zugetraut oder auch einer Marine Le Pen. Breitseiten auf die Justiz hat er abgefeuert, sie beschuldigt, sich mit den Medien verbündet, gegen ihn verschworen zu haben. In rechtspopulistischer Manier hat er an das Volk appelliert, es möge anstelle der Richter über ihn urteilen. An den Fundamenten der Demokratie hat er gerüttelt, der dritten, der rechtsprechenden Gewalt ihre Unabhängigkeit und damit ihre Legitimation abgesprochen.

Eines hat Fillon nicht gemacht. Den Vorwurf entkräftet, als Abgeordneter Frau und Kindern zu gut dotierter Scheinarbeit verholfen zu haben. Um mehr als eine Million Euro geht es, die womöglich ohne Gegenleistung geflossen sind. Am 15. März soll er vor dem Untersuchungsrichter dazu Stellung nehmen. Fillons rechtspopulistische Tiraden deuten darauf hin, dass er mit dem Schlimmsten rechnet. Das Allerschlimmste ist: Er treibt der wahren Rechtspopulistin Marine Le Pen Wähler in die Arme. Seite 7

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