Ankerzentren für Flüchtlinge: Kinderschützer empfehlen eine Klage.
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Ankerzentren für Flüchtlinge: Kinderschützer empfehlen eine Klage.

Flüchtlinge

Rechtsbruch per Gesetz

  • Ursula Rüssmann
    vonUrsula Rüssmann
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Flüchtlinge sollten gegen eine unangemessene und unmenschliche Unterbringung in „Ankerzentren“ klagen. Ein Kommentar. 

Krasser könnte der Gegensatz zwischen dem wachsenden globalen Vertreibungsdruck und Deutschlands Antwort nicht sein: Während Krisen und Kriege weltweit inzwischen jeden hundertsten Erdbewohner in die Flucht getrieben haben, errichtet Deutschland immerbrutalere Systeme zur Abschreckung Vertriebener und nimmt dabei auch auf Kinder und Jugendliche keine Rücksicht. Es ist das Verdienst des Kinderhilfswerks Terre des Hommes, das am Beispiel der „Ankerzentren“ und ähnlicher Einrichtungen gezeigt zu haben.

Da werden Tausende Flüchtlingskinder monatelang eingepfercht, ihnen wird sicheres Wohnen ebenso verweigert wie dringende Hilfen angesichts erlittener Traumata - das ist nicht weniger als institutionelle Gewalt und ein vom Gesetzgeber selbst betriebener Bruch internationaler Rechtsstandards.

Empörung reicht nicht als Reaktion, deshalb empfehlen die Kinderschützer Betroffenen zu Recht den Gang vor die Gerichte und verlangen vom Gesetzgeber eine Reform. Dem kann man sich nur anschließen. Denn wachsender Vertreibungsdruck lässt sich durch menschenfeindliche Politik nicht lindern. 

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