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Polizisten tragen sichergestellte Kartons und Papiersäcke aus der Wohnung des Verdächtigen.

Razzien

Rechte im Visier

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Die Razzien gegen Rechtsextremisten signalisieren dem Milieu: Seid Euch nicht zu sicher. Ein Kommentar.

Polizeiliche Razzien folgen in der Regel einer doppelten Intention. Über den Eingriff der staatlichen Behörden gegen eine mutmaßlich strafbare Handlung oder deren Vorbereitung hinaus senden sie auch eine Botschaft an das Milieu, aus dem heraus Verbrechen geplant und begangen werden. Fühlt Euch nicht zu sicher, wir haben Euch im Blick.

In diesem Sinne signalisieren die jüngsten Razzien in deutschen Städten eine neue Aufmerksamkeit der Behörden gegenüber einem zunehmend gewaltbereiten, mehr oder weniger politischen Umfeld. Allzu lange galten die „Reichsbürger“ und deren Adepten als krude Verschwörer. Harmlos war das vermutlich nie, aber die ideologische Rückwärtsgewandtheit, der sich düster raunend gar ein erfolgreicher Popsänger verschrieben hatte, ließ das Phänomen eher als Marotte erscheinen. Längst ist klar: Es ist bitterer Ernst, und es werden mehr. Im Jahr 2015 will der Verfassungsschutz 22 600 Rechtsextremisten gezählt haben, gut die Hälfte davon sei gewaltbereit.

Dabei wird man sich schnell davon verabschieden müssen, dass sich rechte Gewalt im Verbund von Schlägertrupps in Baseballkappen und festem Schuhwerk organisiert. Die Szene ist online und teilt ihre Aktivitäten in den sozialen Netzwerken. Auch das ein Ziel des polizeilichen Instruments Razzia.

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