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Donald Trump und Stephen Bannon.

Trump und Bannon

Der rechte Geist bleibt

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US-Präsident Donald Trump hat seinen radikalen Einflüsterer Stephan Bannon verbannt. Aber was ändert sich an der Politik im Weißen Haus?

Der Mann liebt Kriegsgeschichte, und Napoleon dürfte ihm als Vorbild nicht zu groß sein. Insofern passt es, dass der jähe Abgang von Stephen Bannon bei der ultrarechten Propagandaseite Breitbart mit der Bemerkung kommentiert wird: „Er ist nach Elba umgezogen.“ Anderswo dürften sich viele wünschen, dass der Nihilist mit der Straßenkämpferjacke bald endgültig nach St. Helena verbannt wird.

Bannon hat maßgeblich die nationalistische Anti-Establishment-Ideologie entwickelt, die Donald Trump an die Macht gebracht hat. Er hat den Hass gegen Einwanderer geschürt. Und er hat den Ausstieg aus dem Klimaschutzabkommen vorangetrieben. Insofern ist das Zerwürfnis zwischen Trump und seinem einstigen Chef-Strategen eine gute Nachricht. Doch es hat ausschließlich persönliche Gründe: Trump wollte die Familienehre und letztlich auch sich vor der Russlandermittlung schützen.

Für Spekulationen, mit Bannons (vorläufigem) Verschwinden werde der US-Präsident nun auf einen vernünftigeren Kurs einschwenken, gibt es keine Anhaltspunkte. Im Gegenteil: In Arizona drängt gerade der Ex-Sheriff Joe Arpaio in den Senat. Wegen der Erniedrigung von Gefangenen drohten dem Rassisten sechs Monate Haft. Doch Trump hat ihn begnadigt. 

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