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Rassismus und Waffen

  • Christian Bommarius
    VonChristian Bommarius
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Die Debatte über Polizeigewalt in den USA geht weiter.

In den USA sind im vergangenen Jahr 1100 Menschen durch Polizeigewalt gestorben, die Jüngsten waren erst 18 Jahre alt. Bei 40 Prozent der toten handelt es sich um Afroamerikaner. Zuletzt starben in Chicago der 19-jährige Quintonio LeGrier, der ein Familienmitglied mit einem Baseballschläger bedroht haben soll und von sieben Kugeln aus Polizeipistolen getroffen wurde, und die 55 Jahre alte Bettie Jones, eine unbeteiligte Nachbarin, die lediglich versucht hatte, der Polizei die Tür zu öffnen. Der tödliche Einsatz hat die Debatte über die Brutalität der Polizei in den USA und den Rassismus, der der Brutalität zugrunde liegt, weiter verschärft.

Die „Emder Zeitung“ schreibt: „Vor 150 Jahren haben die USA die Sklaverei abgeschafft. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Am 2. Weihnachtstag erschossen Polizisten zwei schwarze Bürger in Chicago. Beide Vorgänge stehen nicht in einem unmittelbaren Zusammenhang. Eine Verbindung indes ist durchaus zu sehen. Denn rassistische Strömungen ziehen sich durch die amerikanische Gesellschaft. Fragwürdige Einsätze von Polizisten gegen Schwarze sind symptomatisch für eine mehr oder weniger offen ausgetragene Rassendiskriminierung. Die USA sind ein Land der Widersprüche. In der Unabhängigkeitserklärung heißt es: ‚Wir halten folgende Wahrheiten für selbstverständlich: dass alle Menschen gleich geschaffen sind; dass sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten ausgestattet sind.‘ Damals war Sklaverei noch üblich. Von den schweren Menschenrechtsverletzungen gegenüber Ureinwohnern ganz zu schweigen.“

Die „Süddeutsche Zeitung“ meint: „In keinem anderen Land der Welt sind so viele Waffen im Umlauf wie in den USA, Polizisten im Dienst stehen deshalb unter enormer Anspannung, fühlen sich häufig bedroht. Doch das alleine erklärt nicht, warum 40 Prozent der Opfer Afroamerikaner sind und Polizisten weiterfeuern, wenn die Menschen längst am Boden liegen. Ein wichtiger Grund ist die Ausbildung. Der Ruf der Polizei ist mittlerweile so desaströs, dass es immer schwieriger wird, Nachwuchs zu rekrutieren. Also werden Anforderungen gesenkt. Häufig genügt ein Highschool-Abschluss, und die Grundausbildung kann, je nach Staat, nur mal 18 Wochen dauern. Schlechtausgebildete junge Menschen in Polizeiuniform sollen für Ruhe und Ordnung sorgen in einer Gesellschaft, die den Waffenkult geradezu zelebriert: Das lässt leider nicht erwarten, dass sich die Lage im kommenden Jahr bessert.“

Dazu dürfte auch der Umgang der US-Justiz mit der Polizeigewalt beitragen. Am Dienstag wurde bekannt, dass ein weißer Polizist nicht angeklagt werden wird, der einen zwölfjährigen Schwarzen im US-Bundesstaat Ohio erschossen hatte. Er hatte mit einer Spielzeugpistole hantiert.

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