Der Kreml-Kritiker Alexej Nawalny.
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Der Kreml-Kritiker Alexej Nawalny.*

Kommentar

Putins perfide Politik

  • Markus Decker
    vonMarkus Decker
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Die Regierung des russischen Präsidenten arbeitet mit Mitteln der Einschüchterung nach innen und außen - auch das zeigt der Fall des Kreml-Kritikers Nawalny.

Es ist wie immer. Nur macht das die Sache nicht besser. Es macht sie schlimmer. Der Kreml-Kritiker Alexej Nawalny ringt in einem russischen Krankenhaus um sein Leben. Und angeblich hat der Kreml mal wieder nichts damit zu tun. So sieht Machtpolitik à la Wladimir Putin aus.

Manchmal ist die Beweislage gegen den Kreml dünn, manchmal weniger dünn. Aber der Trend ist eindeutig. Das Regime des Präsidenten arbeitet mit Mitteln der Einschüchterung nach außen und nach innen.

Das Angebot, Nawalny nach Deutschland auszufliegen, ist faktisch hilfreich, weil es ihn einer medizinischen Behandlung zuführen könnte, die dem Einfluss des Kreml entzogen ist. Politisch wirkt das Angebot wie Kritik, weil es sagt: „Wir trauen euch nicht.“ Es passt freilich zur Perfidie derer in Moskau und Omsk zu behaupten, der Oppositionelle sei erstens nicht transportfähig und zweitens auch gar nicht vergiftet worden. Wer wollte, solange er keinen Zugang zum Betroffenen hat, das Gegenteil beweisen? So folgt ein zweites Attentat im Gewand der Fürsorge.

*Sehr geehrte Leser*innen, in einer früheren Version dieses Artikels hatten wir statt Alexej Nawalny seinen Bruder Oleg abgebildet. Das war ein Fehler und wir bitten, dies zu entschuldigen.

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