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Putins Drohkulisse

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Von: Jan Emendörfer

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Zusammentreffen Ende Dezember 2022 in St. Petersburg: Bei einem Kriegseintritt laufen Putin und der belarussische Präsident Lukaschenko (l.)  Gefahr, dass es zu einer Destabilisierung in Minsk kommt, woran beide kein Interesse haben.
Zusammentreffen Ende Dezember 2022 in St. Petersburg: Bei einem Kriegseintritt von Belarus laufen Putin und der belarussische Präsident Lukaschenko (l.) Gefahr, dass es zu einer Destabilisierung in Minsk kommt, woran beide kein Interesse haben. © Alexey Danichev/dpa

Das militärische Zusammenwirken Russlands mit Belarus stellt eine permanente Bedrohung für die Ukraine dar. Putin verzichtet aber bisher darauf, Lukaschenko zum direkten Kriegseintritt zu zwingen. Das hat Gründe. Der Kommentar.

Russland und Belarus haben ein gemeinsames Manöver ihrer Luftstreitkräfte begonnen. Zwar gehen westliche Militärexperten nicht unbedingt von einer neuen Offensive aus Richtung Norden gegen die Ukraine aus. Aber das militärische Zusammenwirken von Moskau und Minsk stellt eine permanente Bedrohung für Kiew dar.

Kremlchef Wladimir Putin nutzt Belarus seit Kriegsbeginn als Aufmarschgebiet und zur massenhaften Stationierung von Militärtechnik. Er hat aber bisher darauf verzichtet, den von ihm völlig abhängigen belarussischen Herrscher Alexander Lukaschenko zum direkten Kriegseintritt zu zwingen. Das hat auch innenpolitische Gründe, denn die übergroße Mehrheit der belarussischen Bevölkerung zeigt keinerlei Bereitschaft, gegen die Ukraine in den Krieg zu ziehen.

Bei einem Kriegseintritt laufen Putin und Lukaschenko Gefahr, dass es zu einer Destabilisierung in Minsk kommt, woran beide kein Interesse haben. Putin nützt schon seine in Belarus aufgebaute Drohkulisse. Denn die Ukraine muss an ihrer Grenze im Norden ständig Gewehr bei Fuß stehen.

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