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Von: Markus Decker

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Präsident Recep Tayyip Erdogan will weiterhin in Nordsyrien einmarschieren, darf es aber nicht.
Keine Frage, die Türkei ist schon lange ein Problemfall des Westens. Die Probleme hängen mit einem Mann zusammen: mit Recep Tayyip Erdogan. © Kayhan Ozer/dpa

Auch wenn die Türkei den brutalen Krieg Russlands gegen die Ukraine verurteilt – sie kann nicht gleichzeitig zwei Blöcken angehören, die im Wettbewerb miteinander stehen. Der Kommentar.

Keine Frage, die Türkei ist schon lange ein Problemfall jenes Westens. Die Probleme hängen mit einem Mann zusammen: mit Recep Tayyip Erdogan, dem langjährigen Ministerpräsidenten, der 2014 in das Amt des Staatspräsidenten wechselte. Mit Erdogans Absicht, der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) beizutreten, der fast ausschließlich autoritär geführte Staaten angehören und deren größte Mitglieder Russland und China sind, ist eine neue Stufe erreicht. Das betrifft vor allem die Nato-Mitgliedschaft des Landes.

Mit Grundprinzipien der Nato, die sich als Verteidigungs- wie als Wertebündnis versteht, ist unvereinbar, dass der Herrscher vom Bosporus Oppositionelle ins Gefängnis steckt, Medien stranguliert und freie Wahlen behindert. Erst recht unvereinbar ist damit der Krieg gegen die Kurd:innen in Syrien. Der Flirt mit der SCO führt die Nato-Mitgliedschaft endgültig ad absurdum. Auch wenn die Türkei den brutalen Krieg Russlands gegen die Ukraine verurteilt – sie kann nicht gleichzeitig zwei Blöcken angehören, die im Wettbewerb miteinander stehen.

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