Nordatlantikpakt

Das Problem Trump

  • schließen

Die Sinnkrise der Nato wird nicht durch neue Regeln behoben, sondern nur durch eine konstruktive Politik - vor allem der Europäer. Der Kommentar.

Außenminister Heiko Maas hat es geschickter angestellt als seine Kabinettskollegin Annegret Kramp-Karrenbauer. Sein Vorschlag, wie die „hirntote Nato“ (O-Ton Emmanuel Macron) wiederbelebt werden könnte, sei innerhalb der Bundesregierung abgestimmt. Die Form also stimmt, doch ob Maas’ Vorschlag zündet, ist noch lange nicht ausgemacht. Eine Expertenkommission soll sich der Reanimierung der Nato annehmen.

Das Problem sind aber nicht die fehlenden Regeln. Das Problem der Nato sind jene Staats- und Regierungschefs, die sich nicht um die Regeln scheren. Hätte Donald Trump etwas für die Nato übrig, dann hätte er nicht im Alleingang die US-Soldaten aus Nordsyrien abgezogen. Und wäre der türkische Präsident Recep Tayyip Ergodan an einem Erfolg der Nato interessiert, wäre er nicht in den Norden Syriens eingefallen.

Die Nato hat ein Personalproblem. Es sind diese Männer, die das Bündnis in seine schwerste Sinnkrise seit Gründung vor 70 Jahren gestürzt haben. Eine Expertenrunde wird das kaum heilen können. Wichtiger wäre es, wenn die EU-Mitgliedstaaten endlich die Zusammenarbeit in der Verteidigungspolitik verstärken würden. Die EU könnte eine größere Rolle in der Nato spielen, wenn sie nur wollte.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare