+
Viele der sogenannten türkischen "Gastarbeiter" blieben in Deutschland. Sie holten im Laufe der Jahre ihre Familien nach und wurden zur größten Bevölkerungsgruppe mit ausländischer Herkunft.

Migration

Das Prinzip Ausbeutung

  • schließen

Manche Putzkolonne ist ethnisch bunter gemischt als das Team von Eintracht Frankfurt. Das zeigt: Gehörte Deutschland nur den Deutschen, es würde untergehen. Die Kolumne.

Eigentlich sind ja beschönigende Begriffe wie „Facility Manager“ für Hausmeister und „Seniorenresidenz“ für Altersheim nichts Neues. Man denke aber nur mal an den Ausdruck „Gastarbeiter“. Die gab es schon immer. Man holte sie für Arbeiten, die einem selbst zu schmutzig oder zu gefährlich waren oder zu wenig Gewinn versprachen. 

So ließen die Ägypter ihre Pyramiden von Sklaven bauen und die US-Amerikaner ihre Bahntrassen von Chinesen. Als die Schienen alle verlegt waren, ließ man sie vom gefährlichen ins dreckige Fach wechseln und Wäschereien eröffnen. 

Fremde wurden nie wie Gäste behandelt

In Deutschland setzte man zum Kohleschürfen Polen ein, später besetzte man die Fließbänder der Automobilfabriken mit Portugiesen, Spaniern und Italienern. Auch die Müllabfuhr war zeitweise in vielen Großstädten fest in italienischer Hand, später wurde der Job an Türken übergeben.

Wie Gäste wurden die nützlichen Neubürger aber nie behandelt. Man pferchte sie in Baracken ein, was die Fremdarbeiter jedoch weitgehend klaglos mit sich geschehen ließen. Wollten sie doch in überschaubarer Zeit möglichst viel schuften und dann mit prallem Säckel wieder heimfahren. 

Daraus wurde meist nichts, auch das hat Tradition. Die Sklaven wurden Ägypter, die Chinesen Amerikaner, die Pott-Polen Deutsche, ebenso wie viele andere frühe Gastarbeiter. Das stand der tumbblassdeutschen Republik gut zu Gesicht, doch das Prinzip Ausbeutung Ärmerer hielt sich bis heute. 

Billiglöhner schuften in ihrer Heimat

Die Globalisierung brachte schlicht größere Vielfalt in die Problematik. Bequemerweise lassen wir nun die meisten Billiglöhner in ihrer Heimat für uns schuften, das kommt uns günstiger. Und für schwere, schmutzige oder karg entlohnte Arbeiten hierzulande holen wir uns Menschen aus vielen verschiedenen Ländern herbei. 

So ist manche Putzkolonne ethnisch bunter gemischt als die Bundesligamannschaft von Eintracht Frankfurt – die im Übrigen auch nur so multikulturell aufgestellt ist, weil die Gehaltswünsche deutscher Kicker den vergleichsweise mageren Etat des Vereins sprengen würden.

Kurzum: Ohne Unterstützung aus dem Ausland würde unsere Gesellschaft in sich zusammenfallen. Vom Profisport über die Computerbranche, das Baugewerbe, die Landwirtschaft, den Handel und Dienstleistungen jeglicher Art bis hin zur Prostitution, mit Stammbaum-Alemannen ließen sich die meisten Jobs nicht besetzen. 

Migranten in die Bundeswehr

Taxichauffeure, Straßenbahnfahrer, Alten- und Krankenpfleger, Erntehelfer, Putzkräfte, Straßenkehrer, Paketzusteller, Müllwerker, Nachtwächter, Supermarktkassiererinnen, Köche, Küchenhilfen und U-Bahn-Kontrolleure, die Liste der typischen Berufe für Nichtdeutsche ließe sich schier endlos weiterführen. Gehörte Deutschland nur den Deutschen, es würde kläglich untergehen. 

Übrigens, Ihr „Ausländer raus“-Kräher: Eine neueste Entwicklung wird Euch sicherlich besonders sauer aufstoßen. Sogar die urdeutscheste aller deutschen Institutionen soll nämlich mangels germanischen Nachwuches mit Gastarbeitern bestückt werden: das Militär. 

Der moderne Arier ist sich schlicht zu fein, um frierend im Schlamm herumzurobben, albern im Kasernenhof strammzustehen, ständig angebrüllt zu werden und sinnlos in die Gegend zu ballern. Wie sagte doch einst die Oma: Nichts ist so schlecht, als dass es nicht für etwas gut wäre.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare