Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Die Schweizer Notenbank hat den Mindestkurs zum Euro aufgehoben.
+
Die Schweizer Notenbank hat den Mindestkurs zum Euro aufgehoben.

Schweiz Franken Euro

Der Preis der Freiheit

  • Daniel Baumann
    VonDaniel Baumann
    schließen

Unternehmenspleiten, weniger Touristen und Arbeitsplatzverluste - das droht der Schweiz nach der Entscheidung der Schweizer Notenbank, den festen Wechselkurs des Franken zum Euro aufzugeben. Einziger nachhaltiger Ausweg ist der Innovationspfad. Kommentar.

Was kostet die Freiheit? Eine in der Regel nicht einfach zu beantwortende Frage. Nicht so in diesem Fall: Die Schweizer bekommen dieser Tage in Franken und Rappen die Rechnung für ihre Freiheit präsentiert. Beispiel: Ein Unternehmen, das noch am Mittwoch eine Maschine für 30.000 Euro ins Ausland verkaufte, erzielte damit Einnahmen von 36.026,4 Schweizer Franken. Am Freitagmittag wären es nur noch 33.768,3 Franken gewesen. Ein Verlust von 2258,1 Franken. Das zehrt brutal an der Marge.

Die Entscheidung der Schweizer Notenbank (SNB), den Franken nicht länger an den Euro zu binden, wird sich auch an einem schwächeren Wirtschaftswachstum, Unternehmenspleiten, weniger Touristen und Arbeitsplatzverlusten messen lassen. Das ist der Preis der Freiheit, den die Schweizer nun bezahlen. Das tut weh. Aber ein Grund, den Euro einzuführen, gar der EU beizutreten, ist es für viele Bürger trotzdem nicht.

Rezept gegen die Aufwertung

Die Schweizer wollen frei und selbstbestimmt leben. Das ist eine Grundsatzentscheidung, für die man in der Alpenrepublik auch Widrigkeiten auf sich nimmt. Denn die Schweizer sind zwar frei in ihren Entscheidungen, aber sie sind nicht frei von Zwängen. Und einer dieser Zwänge ist, dass ihr wichtigstes Exportziel mit einem schwachen Euro versucht, die darniederliegende Wirtschaft anzukurbeln. Da kann man entweder mitmachen, indem man den Euro übernimmt, oder man stellt Produkte her, die einen Preisaufschlag wert sind.

Deshalb wissen die Schweizer auch, was zu tun ist und dass es ein Rezept gegen die Aufwertung gibt: Innovation, Innovation, Innovation. Es geht um ausgefeiltere Technik, bessere Dienstleistungen und hochwertigere Konsumgüter. Längere Arbeitszeiten und eine schwächere Lohnentwicklung sind dagegen allenfalls vorübergehende Optionen, um den gegenwärtigen Schock zu dämpfen. Denn für das Hochlohn- und Hochpreisland ist es völlig aussichtslos, einen Wettbewerb um Kosten zu gewinnen. Nachhaltig ist nur der Innovationspfad. Er hat bereits bei den letzten Aufwertungsschocks dazu geführt, dass die Unternehmen sich verbesserten und heute einen schlechteren Wechselkurs besser verkraften als noch vor einigen Jahren.

Klar ist aber auch: Die Situation der Alpenrepublik ist prekär. Ob das Land sich letztlich wirklich behaupten kann, wird auch von der Nachfrage aus Asien und den Vereinigten Staaten abhängen. Die Europäer mit ihrer Politik des billigen Geldes sind momentan mehr Feind denn Freund der Schweizer.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare