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Bei Erwin Sellering (SPD) wurde völlig überraschend Lymphdrüsen-Krebs festgestellt. Daher tritt als Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern zurück.

Erwin Sellering

Pragmatisch, freundlich, kämpferisch

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Erwin Sellering konnte als westdeutscher SPD-Mann in Ostdeutschland erfolgreich Politik machen. Ein Krebsleiden beendet nun seine politische Karriere vorzeitig.

Erwin Sellering geht. Der Schweriner Ministerpräsident ist schwer krank. Es kommt überraschend. Noch vor zwei Wochen wählte ihn seine nordostdeutsche SPD wieder zum Vorsitzenden. Sellering wirkte tatkräftig: Kein Zweifel damals, der Politiker hat noch was vor.

Der 67-jährige Verwaltungsrichter aus dem Ruhrgebiet hat es bravourös verstanden, als westdeutscher Politiker in Ostdeutschland Anerkennung zu finden. Sellering war immer sehr beliebt, weil er sich für Land, Leute und deren Probleme wirklich interessierte. Sein Regierungsstil war geräuschlos, der Umgang pragmatisch und freundlich. Die Landtagswahl 2016 gewann er überraschend klar, weil er trotz schlechter Umfragewerte stur wie ein Esel sein Programm abspulte. Alle staunten am Wahlabend: Der Erwin kann sogar kämpfen.

Als Sellerings Nachfolgerin in Schwerin ist die ehrgeizige Familienministerin Manuela Schwesig ausgeguckt. Das ist seit langem genau so abgesprochen. Nun muss sie ran, unter traurigen Umständen und viel früher als geplant. Für ihre weitere Karriere ist der Wechsel an die Küste womöglich nicht schlecht: Wenn die SPD bei der Bundestagswahl Schiffbruch erleidet, ist man vielleicht lieber auf Abstand.
 

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