Andrzej Duda gibt bei der Präsdentenwahl in Polen seine Stimme ab. Dass er Probleme haben könnte, war ausgeschlossen.
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Andrzej Duda gibt bei der Präsdentenwahl in Polen seine Stimme ab. Dass er Probleme haben könnte, war ausgeschlossen.

Kommentar

Präsidentenwahl in Polen: Wie eine Niederlage für Andrzej Duda

  • Ulrich Krökel
    vonUlrich Krökel
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Dass der PiS-Mann Andrzej Duda bei der Präsidentenwahl in Polen Probleme haben könnte, war ausgeschlossen. Und doch ist es so gekommen. Ein Kommentar.

Zu Jahresbeginn wirkte die Macht der rechtsnationalen PiS in Polen unerschütterlich. Die Partei mit ihrem autoritären Vorsitzenden Jaroslaw Kaczynski profitierte von der guten Wirtschaftslage. Hinzu kam die Schwäche der Opposition. Dass der PiS-Mann Andrzej Duda bei der Präsidentenwahl Probleme haben könnte, war ausgeschlossen. Doch genau so ist es gekommen: Duda muss sich in einer Stichwahl mit dem liberalen Warschauer Oberbürgermeister Rafal Trzaskowski messen. Was ist da passiert?

Zeitlich fiel die Wende mit dem Corona-Ausbruch zusammen. Das wahre Problem jedoch war Kaczynski. Er wollte seine Pläne für einen autoritären Staatsumbau voranzutreiben. Das kam in der Pandemie nicht gut an. Viel deutet darauf hin, dass Kaczynski den Zenit seiner Macht überschritten haben könnte. Die Wirtschaftskrise zwingt die PiS zu unpopulären Einschnitten. Aber auch in der Europa-Politik wird die Partei gegen ihre Überzeugungen handeln müssen.

Denn strukturell ist die PiS eine Anti-EU-Partei. Polen aber ist in fast jeder Hinsicht auf einen Erfolg der Staatengemeinschaft angewiesen. Zudem ist die EU im Land populär. Politiker wie Trzaskowski stehen für eine weltoffene Politik. Auf Dauer haben sie die besseren Karten. 

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