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Frank-Walter Steinmeier ist der richtige Bundespräsident in einer Zeit, in der die Volksparteien vom Zerfall bedroht sind, in der im Internet der Hass tobt und in der Menschen in Shisha-Bars um ihr Leben fürchten müssen.

Frank-Walter Steinmeier

Präsident der Anständigen

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Frank-Walter Steinmeier hat mit seinen Reden zur Befreiung des KZ Auschwitz und den Anschlägen in Halle und Hanau seine Rolle gefunden und bewiesen, welche Macht leise Worte haben können. Ein Kommentar.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist so präsent wie selten zuvor. Und er ist viel bedeutsamer als zu erwarten war. Zur „Halbzeit“ seiner Präsidentschaft im Herbst gab es von vielen noch die bekannten Einschätzungen: zu dröge, zu langweilig – Steinmeier sei ein guter Politiker, aber im falschen Amt. Als Außenminister eine gute Besetzung, als Bundespräsident ein Ausfall.

Ein halbes Jahr später sind wir schlauer: Steinmeier ist genau der richtige Bundespräsident in einer Zeit, in der die Volksparteien vom Zerfall bedroht sind, in der im Internet der Hass tobt und in der Menschen in Shisha-Bars um ihr Leben fürchten müssen. Steinmeier hat bei den Gedenkfeiern zur Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz bewiesen, welche Macht auch die leisen Worte haben können – und er hat mit Kraft in der Stimme und mit Wut im Bauch die richtigen Worte gefunden, als in Halle eine Synagoge angegriffen wurde und als in Hanau ein Rassist zur Waffe griff.

Steinmeier erinnert daran, dass keineswegs die Mehrheit der Deutschen zu Hass und Gewalt neigt. „Das Schweigen der Vielen darf nicht zur Ermutigung der Wenigen werden“, sagte er. Dieser Präsident hat die Rolle seiner Amtszeit gefunden: Er gibt den Anständigen eine Stimme.

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