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Auslese

Polster für die Deutsche Bank

  • Harry Nutt
    VonHarry Nutt
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Reaktionen auf den Einstieg des Scheichs von Katar.

Der Scheich, die Deutsche Bank und das viele Geld ergaben zum Wochenanfang einen erregten Nachrichtenmix aus Fantasy und Geldpolitik, den die Experten eifrig bis abgeklärt zu erläutern versuchten. Alles im grünen Bereich, meint Stefan Kaiser auf Spiegel-online. „Mittlerweile schauen auch die großen Anleger an den Finanzmärkten nicht mehr nur auf die Rendite, sondern zunehmend auch auf die Sicherheit ihres Investments. Eine Bank, die die gesetzlichen Mindestvorgaben beim Eigenkapital nicht deutlich übererfüllt, wird an der Börse schnell zum Wackelkandidaten. So war es zuletzt auch der Deutschen Bank ergangen. Dass sie nun in die Offensive geht, ist auch taktisch ein richtiger Zug. Denn in den kommenden Monaten steht der bisher größte Stresstest an (...). Da ist es besser, sich vorher mit ausreichend Kapital vollzusaugen, als das Geld hinterher mühsam zusammenzukratzen.“

Katharina Schneider gibt sich im „Handelsblatt“ dennoch erstaunt. „Diese Hauruckaktion ist überraschend. Denn bislang hatten Jain und Fitschen immer wieder betont, dass sie den Kapitalaufbau aus eigener Kraft schaffen wollen. Eigentlich stehen sie nicht unter Zeitdruck. Denn die Regeln von Basel III, die zu einer hohen Kapitaldecke verpflichten, gelten erst ab 2019. Am Kapitalmarkt wird ein dickes Polster aber schon jetzt erwartet. Darauf deutet auch die Reaktion der Anleger hin. Nach der Meldung kletterte die Bank-Aktie zu Handelsbeginn um mehr als sechs Prozent nach oben. Und dennoch: Zuletzt hatte die Aktie der Deutschen Bank ein vorläufiges Jahrestief erreicht. Der richtige Zeitpunkt, um neue Aktien zu platzieren, wäre eine Hochkursphase. Mit der frühen Platzierung zu einem niedrigen Kurs verschenkt die Deutsche Bank kostbares Kapital. Das macht man nur, wenn der Druck hoch ist.“

Jenseits der geldpolitischen Logik widmet sich Ulrike Herrmann in der „taz“ der symbolischen Botschaft, die mit der spektakulären Kapitalerhöhung verbunden ist. „Es handelt sich also um Kosmetik, weswegen ein Seitenaspekt zur eigentlichen Nachricht mutierte: Das Königreich Katar steigt bei der Deutschen Bank ein ... Es erscheint wie ein perfektes Symbol der Globalisierung, wenn sich Ölscheichs ausgerechnet bei jener Bank engagieren, für die es stets lukrativ war, ihr Deutschsein bereits im Titel zu tragen. Doch mit oder ohne Scheich: Die Deutsche Bank ist längst keine ‚deutsche‘ Bank mehr. So global wie ihr Geschäft sind ihre Aktionäre, die zu 50 Prozent aus dem Ausland stammen. Interessant ist eine andere Statistik: Die Aktionäre der Deutschen Bank sind meist ‚institutionelle Anleger‘ – also oft andere Banken und Fonds. Es ist ein Teufelskreis: Nur Eigenkapital kann Banken vor einem Bankrott schützen. Aber wenn dieses Eigenkapital von anderen Banken und Fonds stammt, dann springt die Krise trotzdem von einer Bank zur nächsten.“

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