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Kindergeld für EU-Ausländer ist ein Lieblingsthema der AfD.

Kindergeld für EU-Ausländer

Die politische Moral kollabiert

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Das meiste Geld, das die Familienkassen ins EU-Ausland überweisen, kommt den Menschen zugute, die in Deutschland Steuern zahlen. Wozu also die Aufregung? Unser Kommentar.

Wovon reden wir eigentlich? Kollabiert das deutsche Sozialsystem, weil böse Ausländer zu Unrecht Kindergeld für ihren Nachwuchs in Bulgarien und Rumänien kassieren? Weit gefehlt.

Unbestritten gibt es einzelne, teils spektakuläre Betrugsfälle. Aber das meiste Geld, das die Familienkassen ins EU-Ausland überweisen, fließt in die Haushaltskasse von Menschen, die in Deutschland arbeiten und Steuern zahlen. Wie zum Beispiel die mies bezahlte polnische Pflegerin, die ihre Kinder viel lieber bei sich hätte. Und der man das Kindergeld von Herzen gönnen sollte.

Wer wie der Duisburger SPD-Oberbürgermeister über Sinti und Roma schimpft, „die ganze Straßenzüge vermüllen und das Rattenproblem verschärfen“, der bedient Ressentiments und trägt dazu bei, den sozialen Frieden zu gefährden. Nicht zufällig ist das Kindergeld für EU-Ausländer ein Lieblingsthema der AfD. Passen wir also lieber auf, dass nicht die politische Moral kollabiert. Und stellen wir nicht leichtfertig einen wichtigen EU-Grundsatz infrage: den der Gleichbehandlung.

Lieblingsthema der AfD

Nicht zuletzt betont die EU-Kommission immer wieder: Wer Sozialleistungen an niedrigere Lebenshaltungskosten anpassen will, muss auch wollen, dass dem deutschen Rentner in Spanien die Rente gekürzt wird. Wovon reden wir also?

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