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Diplomatisch kann Pedro Sánchez offenbar nicht.

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Pedro Sánchez in Spanien: Dazulernen oder abtreten

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Als Hasadeur, der alles riskiert, ist P edro Sánchez in Spanien weit gekommen. Doch er hätte seinen Politikstil ändern müssen. Das Wahlergebnis sollte ein Weckruf für den Sozialisten sein. Der Kommentar.

Pedro Sánchez hat verloren. Er will das zwar nicht einsehen, aber das Ergebnis der spanischen Parlamentswahlen ist ein Desaster fürs Land und für ihn. Sánchez ist ein Hasardeur: einer, der alles aufs Spiel setzt und kein Risiko scheut. So ist er weit gekommen. So gewann er vor ein paar Jahren die Führung seiner Sozialistischen Arbeiterpartei, auch wenn die Partei darüber beinah zerbrochen wäre. So kam er, per Misstrauensvotum, an die Regierung und gewann die Wahlen im April.

Spätestens da hätte er seinen Politikstil ändern sollen. Die des geschickten Verhandlers und geduldigen Diplomaten. Offenbar kann er das nicht. Er kann nur allein gegen alle. So lässt sich kein plurales Land regieren. Sánchez ist ein tief in sich verschlossener Mann. Niemand hat Zugang zu ihm. Seine engsten Mitarbeiter sind Ja-Sager, die ihren Chef darin bestätigen, dass er der Größte ist und für die Übel Spaniens immer die anderen verantwortlich sind. Diese Wahl sollte ein Weckruf für ihn sein. Er sollte sich öffnen und lernen zuzuhören.

Politisch wird er versuchen, ein Linksbündnis auf die Beine zu stellen. Das wird, wenn es denn zustande kommt, im besten Falle ein fragiles sein, im schlechtesten ein handlungsunfähiges. Dann wären wieder Zeit für Neuwahlen. Spätestens dann sollte Sánchez abtreten. 

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