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Hans-Georg Maaßen 

Kommentar

Parteiausschluss von Maaßen ginge nach hinten los

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CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat in einem Interview angedeutet, dass sie den Ex-Verfassungsschutzchef loswerden will. Doch der würde bei einem Rausschmiss nur zum Märtyrer.

Parteiausschlussverfahren gegen Prominente schaden der Partei und helfen dem Abweichler. Das ist bei der SPD und Thilo Sarrazin so, es war bei der AfD und Björn Höcke der Fall. Es würde auch bei der CDU und Hans-Georg Maaßen so laufen.

Dass CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer in einem Interview den Eindruck erweckt hat, sie denke über einen Parteiausschluss des Ex-Verfassungsschutzchefs nach, war mindestens ungeschickt – spätestens nach der Kritik von ihren wahlkämpfenden Landesverbänden in Sachsen und Thüringen, wo man Maaßen für einen hält, der das Wählerpotenzial der im Osten überdurchschnittlichen starken AfD zumindest noch erreicht.

AKK hat schnell betont, dass sie Maaßen nur zur Ordnung rufen, aber nicht aus der Partei werfen wollte. Ihm fehle die Haltung, die ihn mit der CDU noch verbindet. Man muss hinzufügen: mit ihrer CDU. Denn Maaßen will eine neue konservative Mehrheit schaffen – schwarz-blaue Bündnisse zwischen CDU und AfD wären nicht mehr ausgeschlossen. Mit einem Parteiausschlussverfahren am Hals würde Maaßen zum Märtyrer. Das würde in Sachsen vieles verkomplizieren – und auch Kramp-Karrenbauer schaden. Wenn sie Schwarz-Blau nicht will, darf sie es auch nicht herbeistolpern.

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