Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Für Sie gelesen

Ein Papst für die Massen

  • Harry Nutt
    VonHarry Nutt
    schließen

Franziskus will eine Kirche als Gegenautorität.

Die Päpste der Moderne sind in ihrer klerikalen Rolle nicht zuletzt auch Popstars ihrer Zeit. Und so versäumte kaum jemand zu erwähnen, dass Papst Franziskus in Manila die Gläubigen in Massen anlockte, obwohl es in Strömen regnete. In der „Welt“ denkt Jacques Schuster denn auch über die Anziehungskraft des Oberhauptes der katholischen Kirche nach und zieht den Vergleich mit Johannes Paul II. „Ob Franziskus nun Johannes Paul II. auf dem Feld ‚Wer versammelt die meisten Gläubigen bei einer Messe?‘ übertroffen hat, mögen die Autoren des Guinness-Buchs der Rekorde entscheiden. Wichtiger ist, dass der argentinische Papst vieles mit dem polnischen gemeinsam hat.

Wie Johannes Paul II. ist Franziskus bestrebt, die Kirche aus ihrem Minderwertigkeitskomplex der Welt gegenüber herauszuführen. Wie Karol Wojtyla begreift auch Jorge Mario Bergoglio die Kirche nicht als stilles Refugium, sondern als moralische und soziale Gegenautorität zu den Regierungen der Welt. Wie der erste nicht-italienische Papst seit 500 Jahren, so hat auch der erste nicht-europäische Papst seit gut 1200 Jahren besonders die Menschen der Dritten Welt im Blick. Genauso wie sein Vorvorgänger, der in den ersten sechs Jahren seines Pontifikats 36 Länder bereiste, nutzt Franziskus seine charismatische Kraft, um das Selbstbewusstsein der Gläubigen in Südamerika, Asien und Afrika zu stärken und in der Missionierung nicht nachzulassen. Dabei hilft ihm, dass er – wie Johannes Paul II. – politisch immer wieder Partei für die Kräfte des Wandels ergreift. Der Erfolg der Asienreise offenbart: Vor allem die Menschenfischer auf dem Stuhl Petri sind in der Lage, die Welt in ihren Bann zu ziehen.“

Für Matthias Drobinski besteht in der „Süddeutschen Zeitung“ ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen der Zahl der Gläubigen und dem kirchenpolitischen Programm des Franziskus. „Nirgendwo sonst wächst die Zahl der Christen so stark wie in Asien, abgesehen von einigen Regionen Afrikas; nicht der Islam, das Christentum ist weltweit jene Religion, die am erfolgreichsten missioniert. (...) Für Papst Franziskus ist Asien noch aus einem anderen Grund wichtig: Nirgendwo sonst existieren Turbokapitalismus und bittere Armut so unmittelbar nebeneinander, wachsen Volkswirtschaften derart rasant und ohne Rücksicht auf Mensch und Umwelt. Gerade hier ist für Franziskus die Kirche gefragt: Sie muss bei den Armen sein, den Opfern von Ungerechtigkeit und Umweltzerstörung, des Klimawandels (...). Entsprechend hat er nun auch auf den Philippinen die Armut einen Skandal genannt und die Korruption im Land verdammt. Seine Vorgänger im Amt haben das auch getan. Franziskus aber bringt noch einmal eine neue Dimension in die katholische Soziallehre. Für ihn muss die Kirche selber den Blickwinkel und die Sichtweise der Armen einnehmen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare