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Papst Franziskus mit dem Großiman Ahmad al-Tayyed.

Papst Franziskus 

Heikler Besuch

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Papst Franziskus hat sich bei seiner Reise auf die arabische Halbinsel auf dünnes Eis begeben - aber er ist nicht eingebrochen. Der Kommentar.

Der Papst hat sich bei seiner Reise auf die arabische Halbinsel politisch auf dünnem Eis bewegt - ist aber nicht eingebrochen. Franziskus hat mit seiner Visite den Herrschern am Persischen Golf zwar eine gewisse Anerkennung verschafft. Er hat jedoch auch darauf hingewiesen, dass ihr schöner Schein trügt.

Denn der Pontifex forderte das Ende des Kriegs im Jemen, den seine Gastgeber an der Seite Saudi-Arabiens führen und damit eine humanitäre Katastrophe zu verantworten haben. Er betonte auch die Rolle von Menschenrechten gegenüber Kronprinz Mohammed Said al Nahjan – die Herrscherfamilie zählt zu den größten Sklavenhaltern im arabischen Raum. Für sie schuften Millionen von Arbeitsmigranten, darunter nicht wenige Christen, rechtlos und unter unwürdigen Bedingungen. Sie sind es, die den Glanz schaffen, den Touristen gern bestaunen.

Und genau darum geht es, wenn die Scheichs einen wie Franziskus mit allem Pomp empfangen und sogar eine Freiluftmesse für 135 000 Menschen gestatten. Sie leisten sich Toleranz gegenüber religiösen Minderheiten, weil die ihre Macht nicht bedrohen. Das tolerante Gebaren lässt Urlauber aus dem Westen darüber hinwegsehen, dass willkürliche Verhaftungen und drakonische Strafen von Kritikern normal sind.

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