Orban und Erdogan

Zwei erpressen die EU

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Viktor Orban, Ministerpräsident von Ungarn, trifft den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan - die beiden wirken wie zwei Kumpel, die die EU erpressen.

Viktor Orban, Ministerpräsident von Ungarn, hat den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Budapest empfangen. Sie wirkten wie zwei Kumpel. Und irgendwie sind sie das auch. Denn beide versuchen sie, die EU zu erpressen.

So geht es seit Jahren. Orban nimmt die dicken Geldbündel aus Brüssel gerne entgegen, will aber von einheitlicher, europäischer Politik nichts wissen. Er hat eine scharfe Verurteilung der türkischen Militäroffensive im Norden Syriens durch die EU verhindert. Orban hat die moralischen Bedenken nicht, die die überwiegende Mehrheit der EU-Staaten umtreiben. Brüssel ist eine Geldquelle, mehr nicht.

Es war auch kein Widerwort von Orban zu hören, als Erdogan wieder damit drohte, die 3,6 Millionen Flüchtlinge aus Syrien aus der Türkei Richtung Europa zu schicken. Nach Ungarn sicher nicht, dafür wird schon Orban sorgen. Kaltschnäuzig nutzt das Duo die Unzulänglichkeiten im System aus. Niemand kann Ungarn aus der EU werfen. Das weiß Orban. Und niemand kann die Nato-Mitgliedschaft der Türkei kündigen. Das weiß Erdogan.

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