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Die Opfer des Wahlkampfs

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Von: Steven Geyer

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Silhouette von Frau und Kind an einer Flüchtlings-Beratungsstelle in Schwäbisch Gmünd.
Silhouette von Frau und Kind an einer Flüchtlings-Beratungsstelle in Schwäbisch Gmünd. © dpa

Kanzlerin Merkel und Innenminister De Maizière haben etwas gegen das Recht auf Familiennachzug für Flüchtlinge, weil sie Angst haben, Wähler an die AfD zu verlieren. Ein Kommentar.

Auch im Wahlkampf gilt das Gesetz – der Umfrage. So lehnen laut neuen Erhebungen 58 Prozent der Deutschen den Familiennachzug von Flüchtlingen ab – und 96 Prozent der AfD-Wähler. Zwar haben anerkannte Flüchtlinge das verbriefte Recht, ihre Familie nachzuholen. Zwar ist erwiesen, dass sich Zugewanderte schneller integrieren, wenn sie sich mit ihrer Familie ein neues Leben aufbauen können. Zwar beruhen viele Ängste der Deutschen auf widerlegten Gruselzahlen, wonach auf jeden Flüchtling vier wartende Familienmitglieder kommen. Zwar zeigt all das, dass Europa legale Zugangswege braucht und vor allem Asylsuchende intern gerecht verteilen muss.

Weil aber die Parteien im Wahlkampf nichts so fürchten wie das Flüchtlingsthema; weil CDU und CSU fürchten, ihre Anhänger an die AfD zu verlieren – darum ist längst geregelt, dass nur politisch Verfolgte ihre Familie nachholen dürfen, Kriegsflüchtlinge aber nicht; und dass Syrer in letztere Kategorie fallen.

Darum stellt die Kanzlerin nun auch bewusst nicht in Aussicht, dass sich etwas ändert. Und ihr CDU-Innenminister stellt noch mal klar, dass die Deutschen keinen Nachzug von Frauen und Kindern fürchten müssen. Das ist so mutlos wie beschämend.

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